Fataler Werbe-Irrtum: Türkische Firma nutzt versehentlich Gesicht von Al Qaida Boss

Die Werbung eines türkischen Herstellers für Enthaarungs-Produkte hat für mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung gesorgt, als gewünscht. Das Unternehmen bediente sich bei einer Anzeige für seine Herrenpflege des Konterfeis eines Terroristen - offenbar aus Versehen. Der Abgebildete sitzt momentan vermutlich in Guantanamo ein.

Der zerzauste, haarige Mann in der Anzeige scheint auf den ersten Blick wie geschaffen, um online für ein Enthaarungsprodukt zu werben. Auf den zweiten Blick wird jedoch klar, warum sich im Internet die Irritationen über die Bildwahl des türkischen Unternehmens mehren. Der Gezeigte ist niemand anders, als Khalid Sheikh Mohammed. Er ist hochrangiges Mitglied der Terrororganisation Al Qaida und gilt als Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Nun wirbt er mit dem Slogan (frei übersetzt): „Durch abwarten wird man diese Haare nicht los“.

Die fragwürdige Wahl fiel offenbar nicht bewusst. „Wir haben ihn wegen seiner Haare genommen, nicht wegen des Terrors“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Mehmet Can Yıldız, ein Vertreter der Kosmetikfirma Epila. „Wir wussten nicht, dass er ein Terrorist ist.“ Das Bild sei bei türkischen Internet-Usern ein beliebtes Meme. Der Typ sei ziemlich beharrt, so Yıldız weiter. Also hätten sie gedacht, dass er genau der Richtige für ihre Werbung sei.

Wie die Washington Post berichtet, sei das Unternehmen beim türkischen Äquivalent von 4chan“ fündig geworden. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Imageboard. Dort werden Bilder veröffentlicht und diskutiert. Das Foto des Terroristen sei zuerst nach seiner Verhaftung in Pakistan 2003 im Netz aufgetaucht. In der türkischen Version ist die Seite als İnci Sözlük bekannt. Dort solle es bereits eine Reihe von Bearbeitungen seines Fotos geben, so der Firmensprecher zur Hürriyet. Die meisten hätten in Verbindung mit Schlaflosigkeit gestanden. „Wir wollen mit dem Bild nichts Politisches implizieren. Wir wussten nicht, dass das zu einer internationalen Geschichte wird. Ich wiederhole: Wir haben ihn wegen seiner Haare genommen, nicht wegen des Terrors.“

KSM, wie er manchmal genannt wird, soll derzeit im Gefängnis des US-Militärs in Guantanamo Bay auf Kuba festgehalten werden. Bislang habe sich dieser nicht zur türkischen Werbung geäußert, so das Blatt weiter. Damit einverstanden sein dürfte er jedoch nicht. Ihm wird nachgesagt, eitel zu sein. So soll er sich sogar einmal über eine Gerichtszeichnung beschwert haben, auf dem seine Nase vermeintlich zu groß erschien. Darüber hinaus soll es auch einen Repräsentanten geben, der seinen Ruf als Mann hinter den Anschlägen von 9/11 aufrecht erhalte, so die Washington Post. Vor Gericht soll er einmal selbst ausgerufen haben: Ich bin der Drahtzieher von 9/11, nicht Osama bin Laden!

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