Calhanoglu und Toprak: Wie geht es mit dem Leverkusen-Duo weiter?

Die Bundesliga-Legionäre Hakan Calhanoglu und Ömer Toprak müssen die Nicht-Nominierung für die türkische Nationalmannschaft erst noch verdauen. Ist die Nationalmannschafts-Tür für die beiden Profis von Bayer Leverkusen endgültig zu?

Wer im Aufgebot der türkischen A-Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen Brasilien (12. November) und das EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan (16. November) nach den Namen der beiden Bundesliga-Legionäre Hakan Calhanoglu und Ömer Toprak sucht, sucht vergeblich, die beiden Profis vom Bundesligisten Bayer Leverkusen wurden vom türkischen Nationaltrainer Fatih Terim nicht berücksichtigt. Sportliche Gründe gibt es für diese Entscheidung nicht, ausschlaggebend ist die „Pistolen-Affäre“ rund um die beiden Leverkusener Profis und Gökhan Töre (Besiktas), der im Oktober 2013 in Begleitung eines Freundes Calhanoglu und Toprak im Nationalmannschaftshotel mit einer Pistole bedroht haben soll.

Calhanoglu traurig – Kein Kommentar von Toprak

„Ich bin traurig, dass ich nicht eingeladen wurde. Jetzt bleibe ich eben hier und regeneriere“, sagte Hakan Calhanoglu gegenüber dem Kicker zu seiner Nicht-Nominierung und „Kein Wort dazu von mir“, war das kurze Statement von Ömer Toprak. Die beiden Bayer-Profis hatten im vergangenen Monat ihre Teilnahme an Länderspielen der Türkei abgesagt, offiziell hieß es verletzungsbedingt, doch hinter den Kulissen zweifelt niemand daran, dass diese Absagen von Toprak und Calhanoglu vielmehr eine Reaktion auf die damalige Nominierung von Töre waren.

Eine offizielle Strafe für Töre seitens des türkischen Fußballverbandes TFF oder des Nationaltrainers gab es bis heute nicht, damit ist ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr zu rechnen. „Für mich ist das Thema beendet“, hatte Terim noch auf einer eigens wegen der Thematik eingerichteten Pressekonferenz vor einem Monat erklärt, dabei aber gleichzeitig versichert, dass er Calhanoglu und Toprak in Zukunft weiter den Rücken stärken werde. Nun hat er aber allein Töre, also den „Täter“ nominiert und die beiden „Opfer“ außen vor gelassen.

Leverkusen-Sportdirektor Völler sucht vergeblich Gespräch mit Terim

Um das Thema ein- für allemal aus der Welt zu schaffen, hatte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler erst kürzlich das Gespräch mit Fatih Terim gesucht und den Auswahl-Trainer zu den Bayer-Heimspielen gegen St. Petersburg und Schalke eingeladen. Den Einladungen kam Terim nicht nach, er ließ sie sogar gänzlich unbeantwortet, woraufhin Völler erklärte, dass man von Leverkusener Seite alles versucht habe, die Versuche jedoch vergeblich waren, so dass man keine weiteren Schritte mehr einleiten werde.

Es drängt sich deshalb die Frage auf, ob das Leverkusener Duo unter der Leitung Terims in der Nationalmannschaft überhaupt noch mal eine Chance bekommen wird, der 61-Jährige ist hinlänglich für seine Sturheit bekannt und wie die jüngste Nominierung zeigt, seine Entscheidung scheint endgültig pro Gökhan Töre ausgefallen zu sein.

Sieben Spieler fehlen bei der ersten Übungseinheit

Ungeachtet dessen ist die Nationalmannschaft derweil in Istanbul zusammengekommen, um sich auf das Testspiel gegen Brasilien vorzubereiten, das im Sükrü Saracoglu Stadion stattfinden wird. Beim Auftakttraining am Montag konnten die angeschlagenen Gökhan Gönül, Volkan Demirel (beide Fenerbahce), Semih Kaya (Galatasaray), Gökhan Töre und Mustafa Pektemek (beide Besiktas) nicht mittrainieren. Zudem fehlten Arda Turan (Atletico Madrid) sowie Mevlüt Erdinc (AS St. Etienne), die mit ihren Vereinsmannschaften am Sonntag noch ran mussten und erst am Dienstag zur Mannschaft stoßen werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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