Kurdische Theorie um Kobane: Hat umkämpfte Stadt deutsche Ursprünge?

Geht es nach den Kurden in der syrischen Stadt Kobane, hat ihre Heimat deutsche Ursprünge. Zurück geht ihre Theorie auf einen kleinen Bahnhof, den eine deutsche Firma wenige Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs dort errichtete. Wasserdicht ist ihre Idee allerdings nicht. Auch Einwohner der Region kommen infrage.

Es gibt mehrere Theorien darüber, woher der Name der nordsyrischen Stadt Kobane stammt. Sehr populär ist unter den Kurden dort die Erzählung, dass der Name deutsche Ursprünge hat. Demnach baute eine deutsche Firma an der Stelle des heutigen Kobanes wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen kleinen Bahnhof. Er lag an einer Strecke, die Berlin mit Bagdad verbinden sollte. Die «Bagdadbahn» sollte den Traum des deutschen Kaiserreichs unter Wilhelm II. nach imperialer Stärke erfüllen.

Bei den Kurden bürgerte sich für den neuen Bahnhof und die umliegende Siedlung die Bezeichnung «Kompanie» ein – wobei unklar ist, ob das deutsche Wort Namensgeber war oder das englische Wort «company» («Firma»), so die dpa. Daraus soll sich dann der Name Kobane entwickelt haben. Für das deutsche Wort als Namensgeber spricht, dass die Kurden den Namen der Stadt «Ko-ba-ni» aussprechen – wie das Wort «Kompanie» mit Betonung auf der letzten Silbe.

Laut einer anderen Theorie kamen Einwohner der Region im Osmanischen Reich an der Stelle des heutigen Kobanes zusammen, um zu beschließen, dass sie Seite an Seite gegen konkurrierende Stämme stehen. Der Ort des Abkommens wurde «Kum Bania» genannt, was übersetzt in etwa so viel bedeutet wie «Übereinkunft auf eine Position». Die Araber wiederum haben der Stadt einen ganz anderen Namen gegeben. Sie nennen sie «Ain al-Arab», «Quelle der Araber».

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