Alternative für die Türkei: Erneuerbare Energien decken den Bedarf ebenso effizient wie Kohle

Erneuerbare Energien wie Windkraft können den Energiebedarf der Türkei ebenso effizient bedienen wie Kohle. Das geht aus einem Bericht von Branchenexperten der renommierten Bloomberg New Energy Finance (BNEF, New York, USA) hervor. Die Fachleute warnen: Die Türkei dürfe die aktuelle Entwicklung nicht verschlafen. Ohnehin würde die Regierung den künftigen Energiebedarf des Landes zu hoch ansetzen.

In ihrem am vergangenen Dienstag veröffentlichten Bericht kommen die Analysten des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts zu dem Schluss, dass Erneuerbare Energien in der Türkei nicht teurer als Kohlekraft seien. Die Untersuchungen hatten ergeben, dass das derzeitige System, nämlich die Gewinnung von Kohle und Braunkohle zur Deckung der steigenden Energienachfrage bis zum Jahr 2030, die gleichen Kosten verursache, wie Erneuerbare Alternativen: Nämlich 400 Milliarden US-Dollar.

Die Forscher prognostizieren, dass ein solcher Ansatz die Abhängigkeit der Türkei von fossilen Brennstoffen reduzieren und die Tierwelt des Landes schützen würde. Eine Denke, die auch Ugur Bayar, Vorsitzender des World Wildlife Found Turkey, vertritt: Wir wollen mit der türkischen Abhängigkeit von importierten Brennstoffen, insbesondere Erdgas, brechen“, zitiert ihn die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Ihm zufolge zeige die BNEF-Analyse, dass die Erneuerbaren Energien weder teurer noch unzugänglicher seien.

Der Direktor des Internationalen Energieprojekt der Denkfabrik European Climate Foundation, Matt Phillips, wies überdies darauf hin, dass die größten und wichtigsten Handelspartner der Türkei vor kurzem einem neuen Klimaenergiepaket zugestimmt hätten. Phillips bezog sich auf das EU-Klimapaket mit Klima- und Energiezielen für das Jahr 2030, das der EU-Rat im vergangenen Oktober verabschiedete.Die Richtung ist sehr klar, die Hauptpartner der Türkei entkohlen ihre Wirtschaft“, so Phillips. Wenn die Türkei sich in dieser Hinsicht selbst isoliert, geht sie das Risiko ein, dass sie die Toleranz der EU-Länder bei der Annahme ihrer Produkte, die hohe Kohlenstoffwerte an den Tag legen, über die Zeit verschleißen würde.“

Angus McCrone, ein weiterer BNEF-Redner, ist außerdem der Ansicht, dass die türkische Regierung die zukünftige Energienachfrage des Landes überschätzen würde. Obwohl die  türkischen Unternehmen sich auch weiterhin gut machen werden, wird die Nachfrage viel schwächer sein, als die Regierung erwartet.

Erst in der vergangenen Woche hatten die USA und China ein historisches Abkommen“ über die Begrenzung ihrer Kohlenstoffemissionen angekündigt. Dieser Deal wird im Vorfeld der Pariser Gespräche im Jahr 2015 von vielen als eine Veränderung in der globalen Politik im Hinblick auf den Klimawandel betrachtet. In der französischen Hauptstadt sollen im kommenden Jahr die neuen C-Emissionsvorschriften für Länder, darunter die Türkei, festgesetzt werden.

Anfang dieses Monats hat das Intergovernmental Panel on Climate Change der  UN dazu aufgefordert, die Nutzung Erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2050 von derzeit 30 auf 80 Prozent zu erhöhen und die Nutzung fossiler Energie bis 2100 zu beenden, um dem Klimawandel entgegen zu treten. Im Dezember werden sich die Delegierten aus der ganzen Welt in Lima, Peru treffen, um das Problem anzugehen.

Hier geht es zum gesamten Bericht.

Mehr zum Thema:

Turkish Wind Energie Conference 2012: Erneuerbare Energien trotzen staatlicher Verzögerungstaktik
Cem Özdemir: Türkei und Griechenland sollten Europa mit Solar-Energie versorgen
Erneuerbare Energien: Weltbank genehmigt Türkei 350 Millionen Dollar

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.