Heirat mit türkischem Dschihadisten: Holländerin rettet Tochter aus syrischer IS-Hölle

Eine niederländische Mutter hat ihrer erst 19-jährigen Tochter offenbar zur Flucht aus einer Hochburg der IS-Terrormiliz in Syrien verholfen. Im Frühjahr war die junge Frau ausgereist, um sich mit einem niederländisch-türkischen Dschihadisten zu verheiraten. Am Mittwoch reisten Mutter und Tochter nun von der Türkei aus zurück nach Holland.

Die junge Frau namens Aïcha soll sich in der für Ausländer äußerst gefährlichen Stadt Rakka aufgehalten haben. Die Mutter hatte das Mädchen Vermutungen des Oberstaatsanwaltes zufolge an der türkisch-syrischen Grenze aufgelesen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte mittlerweile, dass die 19-Jährige noch am Amsterdamer Flughafen Schiphol festgenommen wurde.

Das Mädchen aus Maastricht war bereits im Februar dieses Jahres ohne Pass ausgereist. Dieser war ihr zuvor von den städtischen Behördern verweigert worden, um zu vermeiden, dass sie in den Nahen Osten reisen würde, so der öffentlich-rechtliche Sender NOS. Doch auch mit ihrem Personalausweis kam die junge Frau weiter. Genau aus diesem Grund dachte die Koalition in der Bundesrepublik im September über die Markierung von Personalausweisen nach (mehr hier).

Das Vorhaben der jungen Frau in der Fremde: Sie wollte sich offenbar mit einem IS-Kämpfer verheiraten. Später soll sie dem Anwalt der Familie zufolge einen Hilferuf in die Heimat geschickt haben. Entgegen des Rates der Polizei habe sich die Mutter dann auf den Weg gemacht, so das Algemeen Dagblad.

Bei dem IS-Kämpfer soll es sich nach Angaben der BBC um Omar Y. gehandelt haben. Ein junger Niederländer mit türkischen Wurzeln, der einst beim niederländischen Militär gedient hätte.

Dem britischen Blatt zufolge habe sich Mutter Monique erstmals im vergangenen Oktober gen Türkei aufgemacht, die Tochter zurückzuholen. Sie sei jedoch an der Grenze gescheitert. Einen Monat zuvor erklärte sie im niederländischen TV, dass ihre Tochter innerhalb kurzer Zeit von einem begeisterten niederländischen Teenager zu einer radikalen Muslimin geworden sei. Über die Sozialen Medien hätte das Mädchen Kontakt zu Omar Y. gehabt und sich schließlich in ihn verliebt. „Sie betrachtete ihn als eine Art Robin Hood“, so die Mutter.

Omar Y. erklärte gegenüber der BBC, dass er die Holländerin geheiratet habe, nachdem der Kämpfer, den sie eigentlich ehelichen sollte, im Kampf getötet worden sei. Später seien sie jedoch getrennte Wege gegangen. „Es hat nicht funktioniert, wir trennten uns. Sie ging ihren Weg, ich ging meinen Weg.

Erst in der vergangenen Woche ereilte die Mutter schließlich ein Hilferuf ihrer Tochter. Erneut sei sie aufgebrochen, um diese über die Türkei zurückzuholen. In Syrien selbst war sie nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts Roger Bos jedoch nicht. Das stellte dieser am Donnerstagabend im niederländischen Fernsehsender L1 klar. Möglicherweise habe die Mutter ihre Tochter in der Türkei an der Grenze zu Syrien abgeholt, so Bos. Das Duo wurde an der türkischen Grenze zunächst aufgehalten. Über die Details des Falls schweigen sich die holländischen Behörden derzeit aus.

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