Lebensmittel-Export: Türkei steigert Fleisch-Ausfuhren gen Russland um fast 500 Prozent

Die Türkei profitiert von den Sanktionen des Westens gegen Russland gleich in einer ganzen Reihe von Sektoren. Wie der türkische Landwirtschaftsminister angibt, seien allein die Exporte von weißem Fleisch in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 um 447 Prozent angestiegen. Auch Milch, Obst und Gemüse bezieht Moskau nun aus der Türkei.

Der Export von Geflügel und Meeresfrüchten von der Türkei nach Russland hat sich in den ersten drei Quartalen dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum exorbitant gesteigert. Landwirtschaftsminister Mehdi Eker zufolge, ist das Ende der Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. Er erwartet einen weiteren Aufschwung.

Die Türkei ist für Russland ein wichtiger Lieferant von Lebensmitteln und Agrarprodukten. Das entsprechende Handelsvolumen entsprach bereits im vergangenen Jahr 1,68 Milliarden US-Dollar. Nachdem sich die USA und die EU für Sanktionen gegen Russland ausgesprochen hatten, revanchierte sich Russland im vergangenen August mit Beschränkungen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus der Europäischen Union und anderen westlichen Ländern.

Sowohl für die Türkei als auch einige lateinamerikanische Staaten wie Brasilien stellte dieser Umstand eine große Chance dar. Sie konnten ihre Nahrungsmittelimporte nach Russland steigern. So betrugen die türkischen Exporte gen Russland allein in den ersten neun Monaten des Jahres 4,5 Milliarden US-Dollar, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Der Schwerpunkt der türkischen Waren hätte dabei auf Textilien, Garne, Stoffe, Fertigwaren, Gemüse und Obst gelegen. Auch die Milchwirtschaft wittert derzeit Chancen auf dem russischen Markt (mehr hier).

Insgesamt betrugen die türkischen Exporte nach Russland im Jahr 2013 ganze sieben Milliarden Dollar. Im Zeitraum von Januar bis September 2014 lagen das Volumen bereits bei 19,4 Milliarden.

Bei einer Rede an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard hat US-Vizepräsident Joe Biden vor einiger Zeit erstmals die Wahrheit über die Sanktionen gegen Russland gesagt: Demnach wollte die EU keine Sanktionen verhängen und wurde von Obama gezwungen, dem Kurs der Amerikaner zu folgen (mehr hier).

Biden sagte wörtlich:

„Wir haben Putin vor die einfache Wahl gestellt: Respektieren Sie die Souveränität der Ukraine oder Sie werden sich steigender Konsequenzen gegenübersehen. Dadurch waren wir in der Lage, die größeren der entwickelten Staaten dazu zu bringen, dass Russland zahlen werde müssen.

Es ist wahr, dass sie das nicht tun wollten. Aber wiederum war es die Führungsrolle Amerikas und die Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten darauf bestanden hat – ja Europa des Öfteren fast sagen musste, dass ihre Haltung eine Schande sei – sich zu erheben und wirtschaftliche Nachteile einzustecken, um dafür zu sorgen, dass die Russen dafür bezahlen müssen. Und die Folgen waren eine massive Kapitalflucht aus Russland, ein regelrechtes Einfrieren von ausländischen Direktinvestitionen, der Rubel auf einem historischen Tiefststand gegenüber dem Dollar, und die russische Wirtschaft an der Kippe zu einer Rezession.“

Diese Darstellung belegt, dass die Staats- und Regierungschefs demnach gegen ihren Willen und im Wissen, dass sie ihren eigenen Bürgern Schaden zufügen werden, sich einem amerikanischen Diktat unterworfen haben (mehr hier).

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