Papst Franziskus reist in die Türkei: Erstes Treffen mit Erdoğan und Davutoğlu

Die sechste Auslandsreise von Papst Franziskus führt ihn ab diesem Freitag in die Türkei. Schwerpunkte seiner Visite sind Religionsfreiheit, Ökumene, die Lage im Nahen Osten. Den Auftakt bildet ein Besuch in der türkischen Hauptstadt Ankara, wo er mit Präsident Erdoğan mit Premier Davutoğlu zusammentrifft.

Papst Franziskus beginnt an diesem Freitag seinen mit Spannung erwarteten Besuch in der Türkei. Der Argentinier bricht am Morgen zu seiner sechsten Auslandsreise als Pontifex auf und wird am Mittag in der türkischen Hauptstadt Ankara erwartet. Als Themen werden unter anderem die Situation der christlichen Minderheit in dem muslimisch geprägten Land, die Lage im Nahen Osten und der interreligiöse Dialog erwartet. Anlass der Reise ist die Feier des orthodoxen Andreasfests mit Patriarch Bartholomäus am Sonntag.

«Ich lade euch alle ein, zu beten, damit dieser Besuch (…) Früchte des Friedens, des ehrlichen Dialogs unter den Religionen und der Eintracht in der türkischen Nation bringt», hatte Jorge Mario Bergoglio vor seinem Abflug gesagt, so die dpa.

Am ersten Tag seiner Reise stehen für Franziskus am Freitag Treffen mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu auf dem Programm. Nach seiner Ankunft besucht der 77-Jährige zunächst das Mausoleum von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk, bevor es zum umstrittenen neuen Präsidentenpalast Erdogans geht. Der Papst wird als erstes ausländisches Staatsoberhaupt in dem «Ak Saray» («Weißer Palast») genannten Anwesen empfangen. Danach trifft er Mehmet Görmez, den Chef der türkischen Religionsbehörde.

Im Verlauf seiner Reise wird das Oberhaupt der katholischen Kirche auch mit Vertretern der christlichen Minderheit zusammentreffen. Auch die Religionsfreiheit in der Türkei könnte dabei zur Sprache kommen. Nach Angaben von Papst-Sprecher Federico Lombardi wird zudem auch die angespannte Situation im Nahen Osten eine Rolle während des Besuchs spielen. Franziskus hat sich bereits mehrmals zum Umgang mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geäußert, zuletzt hatte er gefordert, einen Dialog nicht grundsätzlich auszuschließen.

Ein Treffen mit Flüchtlingen ist offiziell nicht geplant, nach Angaben von Lombardi könnten bei einigen Gelegenheiten allerdings durchaus Flüchtling anwesend sein. Die Lage der Christen im Nahen Osten liegt dem Papst besonders am Herzen, erst vor wenigen Tagen hatte er ihnen wieder Mut zugesprochen. Der Abschluss der Reise steht im Zeichen der Ökumene, wenn Franziskus mit dem Patriarchen Bartholomäus das Andreasfest feiert und eine Erklärung unterzeichnet.

Tausende Polizisten sichern nach einem Medienbericht den dreitägigen Besuch von Papst Franziskus in der Türkei. Allein in Istanbul würden dafür 7000 Sicherheitskräfte eingesetzt, berichtete die regierungsnahe Zeitung «Yeni Safak». Der Papst trifft am Freitag in Ankara ein und reist am Samstag weiter nach Istanbul. Dort will er unter anderem die Hagia Sophia und die blaue Moschee besuchen. In der Gegend würden aus Sicherheitsgründen alle Bauarbeiten während des Papstbesuches eingestellt, schrieb die Zeitung. Fliegende Händler dürften ihre Waren zu der Zeit nicht um die Sehenswürdigkeiten herum verkaufen.

«Yeni Safak» berichtete weiter, Papst Franziskus habe auf eine Unterbringung in einem Fünf-Sterne-Hotel verzichtet. Er werde in Istanbul in einer einfacheren Unterkunft im Stadtteil Sisli übernachten. Entgegen den Wünschen des Papstes werde dieser in einer Luxuslimousine reisen. Franziskus habe einen Mittelklassewagen nutzen wollen. Die türkischen Behörden hätten dies jedoch mit der Begründung abgelehnt, der Papst habe den Status eines Staatsoberhauptes und müsse daher auch so behandelt werden.

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