Türksat-Vorsitzender: Türkei baut bis 2019 erste eigene Satelliten

Nach Einschätzung des Vorsitzenden des türkischen Satelliten- und Kabelnetzbetreibers Türksat, sei die Türkei bereits im Jahr 2019 in der Lage, ihre eigenen Satelliten zu bauen. Bislang setzte das Land hier auf Kooperationen mit dem Ausland. Jetzt will sich die Türkei auf diesem Gebiet emanzipieren. Das Vorhaben wird jedoch mit Skepsis betrachtet.

Der Türksat-Vorsitzende Ensar Gul ist optimistisch, dass die Türkei binnen der kommenden fünf Jahre zu denjenigen Ländern gehören werde, die ihre eigenen Satelliten herstellten.

„Wenn man Erfahrung hat, kann man einen Satelliten innerhalb von drei Jahren bauen und innerhalb von weiteren zwei Jahren starten“, zitiert das Nachrichtenportal Worldbulletin Gul im Rahmen einer Veranstaltung des türkischen Unternehmerverbands MÜSİAD am vergangenen Wochenende. Das bedeutee, dass die Türkei ihre eigenen Satelliten innerhalb von fünf Jahren haben könnten. Ein entsprechendes Zentrum habe das Unternehmen bereits bei Turkish Aerospace Industries eröffnet.

Die Türkei hat bereits drei Kommunikationssatelliten im Orbit. Insgesmat besitzt man fünf Satelliten. Bislang wurde auf diesem Gebiet allerdings auf Kooperationen gesetzt.  Nach der Türksat-I,-II und-III-Serie, die in den 1990er und 2000er Jahren ins Leben gerufen wurden, unterzeichnete Türksat einen Vertrag mit Mitsubishi für die TÜRKSAT-IV-Serie Kommunikationssatelliten, von denen der erste bereits Anfang dieses Jahres in Umlaufbahn gebracht wurde. Dass die Türksat auch Ambitionen hat, seinen eigenen Satelliten zu entwickeln und zu bauen, ist bereits seit längerem bekannt.

Die Türkei setzt dabei auf Satelliten-Aufträge von ausländischen Kunden. Doch das abschließen von Verträgen könnte auf dem hart umkämpften internationalen Markt alles andere als einfach werden. Die Tüsaş, die Turkish Aerospace Industries (TAI), wird die türkischen Satelliten entwickeln. Doch darüber hinaus ist man ein völliger Newcomer in diesem Geschäft. Dass die TAI ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten kann, wird in Industriekreisen bezweifelt.

Die Türkei plant bis zum Jahr 2020 16 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, die türkische Zeitung Hürriyet. Das Volumen beläuft sich auf rund zwei Milliarden US-Dollar.

Türkische Pläne für die Erkundung des Weltalls gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren. Schon 2001 verkündete die Regierung, schon „bald“ eine nationale Raumfahrtbehörde ins Leben zu rufen. Doch erst am 1. Oktober 2014, ganze 13 Jahre später, erklärte ein Kabinettsmitglied, dass der Gesetzesentwurf für die TSA kurz vor der Fertigstellung sei (mehr hier).

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