Kampf gegen IS: Türkischer Präsident Erdoğan hält Bodentruppen für unumgänglich

Nach Ansicht des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan reichen Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht aus, um gegen diese Herr zu werden. Ergänzend sei eine Bodenoffensive geboten. Er forderte den UN-Sicherheitsrat und die internationale Gemeinschaft auf, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Erdoğan zufolge habe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) derzeit 40 Prozent des Iraks unter seiner Kontrolle. In Syrien habe man es mit einer ähnlichen Situation zu tun. Bereits im September forderte der Präsident auf der gemeinsamen Rückreise von der Uno-Generalversammlung vor Journalisten den Einsatz von Bodentruppen in Syrien. Anfang Oktober stellte die Türkei allerdings klar, dass man derzeit im Alleingang keine Bodenoffensive gegen die IS anstellen werde.

Noch einmal stellte Erdoğan auch die Bedeutung von Flugverbots- und Sicherheitszonen in Syrien und im Irak heraus, um „Ergebnisse zu erzielen“, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Diese seien ebenso wichtig wie die Ausbildung und Ausrüstung des Militärs im Kampf gegen die Terrorgruppe.

Man könne Syrien und den Irak in dieser Sache nicht getrennt betrachten, so der türkische Präsident. Im Auge haben müsse man überdies das Regime Assad, das Staatsterrorismus betreibe. Sowohl die UN-Sicherheitsrat als auch die internationale Gemeinschaft forderte er auf, mehr Verantwortung zu übernehmen, um das laufende Blutvergießen zu beenden und weitere humanitäre Tragödien zu verhindern. „Die Instabilität und Konflikte in der Region wirken sich auf die ganze Welt aus“, sagte Erdoğan. Die IS sei nicht nur eine regionale Bedrohung. Sie sei auch eine Bedrohung für die globale Sicherheit und Stabilität. „Die Türkei ist entschlossen, gegen diese Bedrohung zu kämpfen, und wir erwarten, die gleiche Entschlossenheit vonn der internationalen Gemeinschaft.“

Anfang Oktober stellte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Treffen mit dem neuen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg allerdings klar, dass die Türkei derzeit im Alleingang keine Bodenoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anstellen werde. Das internationale Bündnis müsse sich erst auf eine gemeinsame Strategie einigen. Vorwürfe, die Türkei engagiere sich nicht genug, wies er damals zurück.

Stoltenberg sagte, die Türkei sei ein wichtiger Nato-Partner. Der IS sei nicht nur eine Bedrohung für Syrien und den Irak, sondern für die Region und für Nato-Staaten. «Die Nato steht bereit, alle Alliierten dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit zu verteidigen.» Er verwies dabei auf die Patriot-Raketen auch der Bundeswehr in der Türkei zum Schutz gegen Angriffe aus Syrien (mehr hier). «Die Nato spielt ihre Rolle.»

Cavusoglu wies Vorwürfe zurück, die Türkei engagiere sich nicht ausreichend im Kampf gegen den IS. «Wir sind nie zurückhaltend gewesen», zitiert ihn die dpa. Er erneuerte die türkische Forderung nach einer Schutz- und einer Flugverbotszone in Syrien (mehr hier).

Außerdem müsse der Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Teil der Strategie gegen den IS sein, betonte Cavusoglu. Solange das Assad-Regime an der Macht sei, würden Blutvergießen und Massaker in Syrien andauern.

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