Terrorgefahr in der Türkei: US-Botschaft in Ankara warnt vor Anschlag

Die US-Botschaft in Ankara hat in dieser Woche vor einer Terrorgefahr im Südosten der Türkei gewarnt. Man habe Berichte erhalten, wonach „extremistische Gruppen“ möglicherweise einen Anschlag gegen eine syrische Oppositionsgruppe in der Stadt Gaziantep planen würden. US-Bürger sollten nicht in den Südosten der Türkei reisen.

Nähere Angaben, wer es offenbar auf die syrische Oppositionsgruppe abgesehen haben könnte, machte die US-Botschaft nicht. Die syrische Übergangsregierung ist eine vom Westen unterstützte Institution, die sich selbst als Regierung-imExil sieht, aber wenig Einfluss auf die Rebellen hat.

„Die US-Botschaft hat berichtet, dass extremistische Gruppen möglicherweise einen Anschlag gegen das Gebäude der syrischen Übergangsregierung planen“, zitiert die New York Times aus einer Erklärung der Botschaft. „Wir weisen US-Bürger darauf hin, dass sich die Situation im Südosten der Türkei, die in der Regel ruhig ist, ohne Vorankündigung ändern kann. US-Bürger sollten Reisen in Gebiete nahe der syrischen Grenze vermeiden.“

Die Übergangs-Regierung wurde im November 2013 ins Leben gerufen. Anfang dieses Jahres wurde der Regierungssitz in Gaziantep, einer Provinz an der Grenze Syriens, eingerichtet.

Die syrische Übergangsregierung repräsentiert die Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte, eine Dach-Oppositionsgruppe mit internationaler Anerkennung, die im November 2012 gegründet wurde und ihren Hauptsitz in Istanbul hat. Bei der Koordinierung der Bemühungen, die Regierung von Präsident Bashar al zu stürzen, erhält sie logistische Unterstützung der türkischen Regierungspartei AKP.

Die Warnung der US-Botschaft in Ankara kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Journalisten und Mitglieder internationaler Organisationen im Südosten der Türkei befinden sich ohnehin in Alarmbereitschaft, nachdem Nachrichten kursierten,  dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versuche würde, Ausländer zu entführen und sie über die Grenze nach Syrien zu verschleppen, so das Blatt weiter. Gegenüber Personen, die behaupten, in den syrischen Konflikt involviert zu sein, sollten US-Bürger derzeit erhöhte Vorsicht walten lassen, heißt es.

Nach Einschätzung von Nihat Ali Ozcan, Analyst bei der Economic Policy Research Foundation der Türkei, könne das nicht wie eine normale und gewöhnliche Warnung bewertet werden. Die USA hätten eine aktive Geheimdienst-Operation entlang der Grenzen der Türkei, entsprechend müssten sie auch ernstzunehmende Informationen gesammelt haben.

Mehr zum Thema:

US-Wissens​chaftler: „Die Türkei ist aktiv beteiligt am Syrien-Kon​flikt“
Geopolitik im Windschatten der Terror-Abwehr: Nato-Mitglied Türkei kooperiert mit IS
Türkische Diplomaten in IS-Geiselhaft: Erdoğans handzahmer Kampf gegen die Terroristen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.