Likeminds 2015: Deutsch-türkischer Austausch stellt das Thema „Energie“ in den Fokus

Bereits zum fünften Mal sind deutsche und türkische Nachwuchsführungskräfte aufgerufen, sich für das binationale Begegnungsprogramms „likeminds: german-turkish junior expert initiative“ zu bewerben. Das Format ist in seiner Art einmalig und kann mittlerweile auf ein ordentliches Netzwerk blicken. In der kommenden Runde geht es vor allem um das Thema „Energie“. Das Thema ist gleichermaßen für die Türkei, wie auch für Deutschland interessant und relevant.

Andrea Despot: Mittlerweile hat das Programm über 70 Alumni, 2015 kommen zwanzig weitere hinzu. Das Netzwerk wächst also beständig und ist – gemessen an der Größe der beiden Länder – zwar klein, aber fein. Durch das beachtliche zeitliche Engagement der Programmteilnehmer entsteht ein enger Kreis, der sich kennt und viel miteinander erlebt, entdeckt und diskutiert hat.

Deutsch Türkische Nachrichten: „Viele Aufgaben unserer Zeit lassen sich nur im Dialog mit anderen anpacken“, sagten Sie zum Start der vierten Runde: Welche Themen stehen Ihrer Ansicht nach derzeit besonders im Fokus.

Andrea Despot: Wir können sehen, dass viele Herausforderungen nur im Verbund angegangen werden können – seien es humanitäre Ziele, der Klimaschutz oder die Energiesicherheit. Aktuell stehen alle diese genannten Themen im Fokus, hinzukommen die Krisen im Nahen Osten und in der östlichen Nachbarschaft Europas. In den vorausgegangenen Programmen haben wir uns deshalb auch mit internationaler Politik, Wirtschaft und Handel sowie mit Zukunftskonzepten etwa rund um die Mobilität auseinandergesetzt.

Schwerpunkt: Energiewende, Effizienz, Energiesicherheit und Erneuerbare Energien

Deutsch Türkische Nachrichten: Unter welchem Credo wird der Austausch folglich in diesem Jahr stehen?

Andrea Despot: Dieses Jahr rücken wir alles rund um „Energie“ in den Fokus: Energiewende, Effizienz, Energiesicherheit und Erneuerbare Energien. Das Thema ist gleichermaßen für die Türkei, wie auch für Deutschland interessant und relevant, wenn auch nicht immer gleiche energiepolitische Zielsetzungen verfolgt werden. Während etwa in der Türkei das erste Atomkraftwerk baut wird, hat Deutschland beschlossen, aus der Kernenergie auszusteigen. Auch auf internationalem Parkett hat die Diskussion um Energieproduktion und -versorgung einen großen Stellenwert eingenommen. Gerade deshalb fanden wir, dass wir dazu ins Gespräch kommen sollten.

Deutsch Türkische Nachrichten: In der Türkei sind gerade verstärkt konservative Tendenzen zu beobachten. Erst vor kurzem wurde angekündigt, zahlreiche Moscheen auf Uni-Arealen zu errichten, Präsident Erdoğan attackierte am Vorabend des Papst-Besuchs erneut den Westen. Wird eine solche Entwicklung Auswirkungen auf das Programm haben?

Deutschland – Türkei: Der Dialog sollte nie abreißen

Andrea Despot: Aus Sicht der Programmorganisatoren ist es wesentlich, dass wir den Dialog aufrechterhalten und die jungen Multiplikatoren aus beiden Ländern zusammen bringen. Der Austausch war in der Vergangenheit immer geradeaus, multiperspektivisch und dabei immer am „Gegenüber“ interessiert. Diesem Anspruch wollen wir unabhängig von den Rahmenbedingungen treu bleiben. Vielleicht ist er in diesen Tagen besonders wegweisend.

Deutsch Türkische Nachrichten: Oder besteht umgekehrt nicht gerade durch das Programm die Chance, Signale zu setzen?

Andrea Despot: So ist es! Der Dialog sollte nie abreißen – und in diesem Sinne kann das Programm dazu beitragen, einander zuzuhören und Land und Leute besser kennen und verstehen zu lernen.

Deutsch Türkische Nachrichten: 2014 stand bereits ganz im Zeichen der deutsch-türkischen Kooperation. Welche Beobachtungen konnten Sie hierzu im vergangenen Jahr sammeln? Sind auch die Juniorexperten, angehenden Führungskräfte oder „high potentials“ noch enger zusammengerückt?

Andrea Despot: Ja, das kann man so sagen – die high potentials unseres Programms sind untereinander vernetzt, viele bewegen sich quer durch Europa und zwischen Deutschland und der Türkei. Nicht nur in der Wissenschaft und Forschung, auch als transnational aktive Bürgerinnen und Bürger bilden sie eine „Zivilgesellschaft“.

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