Geiselnahme in Sydney: AfD-Chef betrachtet Tat als Rechtfertigung für „Pegida“

Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. Gleichzeitig führt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters als Rechtfertigung für die umstrittenen Demonstrationen der Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden an.

Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, erklärte am Dienstag, trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen. Adam sagte: «Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen – ein Einzelner genügt.»

Dennoch glaubten deutsche Spitzenpolitiker, die Teilnehmer der Pegida-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migranten-Anteil in Sachsen lächerlich machen zu können, kritisierte Adam. «Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht», fügte er hinzu. Der AfD-Vorsitzende in Brandenburg, Alexander Gauland, hatte am Montag an einer Pegida-Demonstration teilgenommen. Der AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hatte noch kurz zuvor von einer Teilnahme an der Aktion abgeraten.

Die Anti-Islam-Bewegung «Pegida» mobilisiert ungeachtet der Kritik etablierter Parteien an ihren Parolen immer mehr Sympathisanten. Am Montagabend folgten in Dresden rund 15 000 Menschen – mehr als je zuvor – dem Demonstrationsaufruf der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes». Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte die Aktionen der rechtskonservativen Bewegung scharf und warnte vor «Hetze» gegen Ausländer. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Proteste eine «Schande für Deutschland» und zog sich dafür scharfe Kritik der CSU zu.

Zeitgleich mit den «Pegida»-Anhängern gingen in Dresden erneut deren Gegner auf die Straße. Zu Gegenkundgebungen, zu denen die Bündnisse «Dresden für alle» und «Dresden Nazifrei» aufgerufen hatten, kamen laut Polizei mehr als 5600 Menschen. Das waren deutlich weniger als noch vor einer Woche, als 9000 Gegendemonstranten gezählt wurden.

Mehr zum Thema:

Merkel kritisiert Hetze: 15.000 Anhänger bei «Pegida» in Dresden
Proteste gegen Asyl und Islam: Rechtspopulisten wollen „Kampf der Kulturen“ schüren
Deutsche Politik und Polizei sind hilflos im Kampf gegen Extremisten

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.