Neue Methode verschafft Sicherheit bei Alzheimer-Diagnose

Patienten mit Gedächtnisverlust brauchen bei der Alzheimer-Diagnose Sicherheit. Eine neue Methode kann dies gewährleisten. Durch wenige, kognitive Kurztests kann die Krankheit sicher ausgeschlossen werden. Das lindert die Hürden der Patienten, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Es gibt viele Veränderungen, denen man sich im Alter stellen muss. Viele Menschen scheuen sich davor, bei Gedächtnisverlust einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose der Krankheit Alzheimer schürt diese Angst. Dank eines neuen Diagnose-Verfahrens namens ARDX kann Alzheimer schnell und sicher ausgeschlossen werden.

Besonders beängstigend ist es für die meisten Menschen, wenn sie Gedächtnisprobleme an sich bemerken. Die Angst bei Erinnerungslücken nährt sich aus vielen Quellen: Drohender Kontrollverlust, die Diagnose Alzheimer und ein belastendes und aufwändiges Diagnoseverfahren sind die Befürchtungen, wegen denen ältere Menschen ihre Symptome nicht ärztlich untersuchen lassen.

ARDX ist ein Verfahren, das den Einsatz etablierter, kognitiver Kurztests mit der modernen medizinischen Bildgebung und innovativen computergestützten Analyseverfahren kombiniert. Somit kann eine durch die Alzheimer-Erkrankung bedingte demenzielle Entwicklung mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. Die ARDX ist eine den Patienten maximal schonende Untersuchung, da keine invasiven Eingriffe notwendig sind und durch die Magnetresonanztomographie-Untersuchung(MRT)keine schädigende Strahlung verabreicht wird.

Für die Patienten fallen dabei nur zwei Termine an. Der erste erfolgt beim Radiologen, um eine MRT anfertigen zu lassen. Danach geht es zum Neurologen für den etwa zehnminütigen Gedächtnistest und die Befundbesprechung.

Eine aktuelle Studie von MedPREVENT in Ottobrunn hat gezeigt, dass durch ARDX Ängste und Sorgen vor einer Alzheimer-Erkrankung eingedämmt werden können. Dazu wurden die Patienten vor und nach der Untersuchung über ihre Sorgen und Ängste befragt. Wie zu erwarten war, zeigen die Ergebnisse der Studie, dass bei Studienteilnehmern mit reduziertem Risiko Ängste und Sorgen nach der Untersuchung vermindert und das Wohlbefinden gestiegen war. Bei Studienteilnehmern mit erhöhtem Risiko zeigte sich überraschenderweise weder eine signifikante Verschlechterung des Wohlbefindens noch eine Zunahme der Sorgen und Ängste. 90 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihnen durch die ARDX eine Perspektive/Strategie aufgezeigt werden konnte.

Obwohl Alzheimer heute noch nicht heilbar ist, gibt es Medikamente, die eine Stabilisierung des Zustandes erreichen und so Zeitfenster für ein bewusstes, selbstbestimmtes Leben ebenso eröffnen wie für einen geplanten, würdevollen Rückzug in ein betreutes Altern. Eine frühzeitige Diagnostik erleichtert also nicht nur, sondern sie schafft auch Handlungsspielraum. Denn sehr oft sind Gedächtnislücken auf ganz andere, besser behandelbare Ursachen als Morbus Alzheimer zurückzuführen.

Bisher konnte ARDX nur in einigen Pilotzentren angeboten werden. Durch die Weiterentwicklung des Verfahrens mit Wissenschaftlern an der Pariser Sorbonne und der Berliner Charité gibt es nun immer mehr niedergelassene Neurologen und Psychiater, die ARDX anbieten.

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