Wegen Prophetenbeleidigung: Blogger in Mauretanien zum Tode verurteilt

Ein Gericht in Mauretanien hat einen jungen Blogger wegen «Prophetenbeleidigung» zum Tode verurteilt. Mohammed Oul Amchaitir werde für einen im Internet erschienenen Aufsatz bestraft, in dem er verletzend über den Propheten Mohammed und seine Angehörigen geschrieben habe, teilte das Gericht im westmauretanischen Nouadhibou mit.

Amchaitir war vor knapp einem Jahr festgenommen worden, nachdem Behörden den Blogger mit einem anonym im Internet erschienenen Artikel in Verbindung gebracht hatten. Darin hatte der Autor die Hierarchie des mehrheitlich muslimischen Landes Mauretanien mit der Zeit des Propheten verglichen. Mohammed gilt unter Muslimen als wichtigster Prophet ihrer Religion, sein Leben als wegweisend für die Auslegung des Islam.

Kritik am Islam und Glaubensabfall steht im westafrikanischen Mauretanien unter Todesstrafe. Obwohl in den vergangenen Jahren mehrfach Menschen zum Tode verurteilt wurden, fand die letzte Hinrichtung in Mauretanien nach Angaben von Amnesty International bereits 1987 statt.

Zuletzt sorgte ein Urteilsspruch in Kuwait für Aufsehen. Dort wurde im Jahr 2012 ein Twitter-User zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf: Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed, seiner Frau Aisha und dessen Weggefährten.

Kurz zuvor hatte das hiesige Parlament, das von Islamisten und Konservativen kontrolliert wird, sogar ein Gesetz verabschiedet, das für schwere religiöse Angriffe die Todesstrafe vorsieht (mehr hier). Derart geahndet weden Beleidigungen des Korans sowie des Propheten Mohammed. Sie wird dann ausgesprochen, wenn der Täter seine Äußerungen nicht bereut. Derart drastisch sollen auch diejenigen bestraft werden, die sich als Gottesboten oder aber selbst als Propheten bezeichnen. Das Ganze gilt nicht für Nicht-Muslime. Ihnen droht eine Haftstrafe zwischen fünf und zehn Jahren. Alternativ droht eine Geldbuße von bis zu 27.000 Euro, so kath.net.

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