Ökonom Sinn warnt: Ohne Migranten brechen Rentenkassen zusammen

Zum Erhalt des Lebensstandards deutscher Rentner wären nach Einschätzung des Ökonomen Hans-Werner Sinn Millionen Einwanderer nötig. Vor allem der Renteneintritt der Babyboomer stelle Deutschland vor massive Herausforderungen, sagte der Präsident des Ifo-Instituts.

In etwa 20 Jahren «werden wir siebeneinhalb Millionen mehr Rentner haben und achteinhalb Millionen weniger Personen im erwerbsfähigen Alter», rechnete Sinn vor. «Um das durch Migration aufzufangen, wären 32 Millionen Menschen nötig. Das kann man sich gar nicht vorstellen», so der Ökonom auf «Focus online» (Freitag)

Deutschland werde gut ausgebildete Migranten brauchen, die helfen, diese Last zu tragen. «Aber eine Lösung in dem Sinne, dass es uns dann so gut geht wie heute, ist nicht vorstellbar», erklärte Sinn. Die Deutschen müssten sich deshalb selbst aktiv um ihre Alterssicherung kümmern. «Wir müssen länger arbeiten und nicht weniger lange.»

Erst vor kurzem wurde ein sich lange haltendes Vorurteil widerlegt: In Deutschland lebende Ausländer zahlen insgesamt deutlich mehr Steuern als sie an Sozialleistungen vom Staat beziehen. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass sorgten danach allein 2012 in den Sozialkassen für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro.

Umgerechnet zahlt jeder Ausländer laut Studie pro Jahr und im Schnitt 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben als er an staatlichen Transferleistungen zurückerhält. Dieses Plus pro Kopf sei in den vergangenen zehn Jahren um über die Hälfte gestiegen. Dabei zahlten 67 Prozent der hier lebenden Ausländer mehr Steuern als sie an Transferleistungen des Staates zurückerhalten. Bei den Deutschen sind dies nur 60 Prozent (mehr hier).

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