Wogen glätten in Ankara: Holländischer Außenminister stellt sich hinter türkische Migranten

Der niederländische Außenminister Bert Koenders hat bei seiner Visite in Ankara versucht, die türkisch-niederländischen Verstimmungen aus der Welt zu räumen. Die Türkei hatte sich im Dezember 2014 entsetzt über die Behandlung der türkischen Gemeinschaft in den Niederlanden geäußert. Nach wie vor herrscht eine spannungsgeladene Atmosphäre. Viele niederländische Moscheen haben ihre Sicherheitsvorkehrungen aus Furcht vor gewalttätigen Anschlägen erhöht.

Der niederländische Außenminister Bert Koenders hat seine Visite in der Türkei zum Anlass genommen, um den Stolz seines Landes auf die dort lebenden türkischstämmigen Bürger kund zu tun. Seine Worte in Ankara kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Frage der Integration von türkischen und muslimischen Einwanderern hat zuhause zu einer spannungsgeladenen Atmosphäre geführt, die auch das niederländisch-türkische Verhältnis belasteten.

Wir sind stolz auf unsere 400.000 türkisch-niederländischen Bürger und ihre Beiträge zu unserer Gesellschaft“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Koenders im Rahmen der siebten jährlichen Botschafterkonferenz im Präsidentenpalast am 6. Januar. Er stellte heraus, dass die Niederlande Vorfälle von Rassismus ernsthaft untersuchen würden. Derartiges Gedankengut bezeichnete er in der türkischen Hauptstadt alsFluch“.

Rassismus ist der Fluch der internationalen Gesellschaft. Diskriminierung ist inakzeptabel. Ich versichere ihnen, die Niederlande wird Maßnahmen für Menschen ergreifen, die unter Rassismus leiden“, so Koenders weiter.

Erst Anfang Dezember wurden die türkisch-niederländischen Beziehungen aufgrund von Bedenken niederländische Politiker über die Integration der türkischen Gemeinschaft in die lokale Gesellschaft und damit einhergehende Versuche, eine Reihe von türkischen Verbände zu schließen, weil sie sich vermeintlich zu sehr auf die Förderung der türkischen und islamischen Identität konzentrierten, belastet. Hellhörig wurden die türkischen Vertreter auch im Zuge eines egierungsoffiziellen Berichts, wonach die türkische Jugend in den Niederlanden angeblich zu 80 Prozent dschihadistische Bewegungen unterstützen würde.

Das türkische Außenministerium veröffentlichte darauf hin eine Erklärung und tat seinen Unmut über die aggressiven und rassistischen Anschuldigungen“ gegen die türkische Gemeinde in den Niederlanden kund. Das Minsiterium warnte, dass das Problem die bilateralen Beziehungen beschädigen könnte, so die türkische Zeitung weiter. Die Niederlande wiederum hätten ihre Besorgnis über die Einmischung Ankaras in dieser Sache geäußert.

Viele niederländische Moscheen hätten in den vergangenen Tagen ihre Sicherheitsvorkehrungen aus Furcht vor gewalttätigen Anschlägen erhöht, berichtet unterdessen die Uni Münster. Zuvor sei im Internet, auf der Facebook-Seite „Steun de PVV“ (dt. Unterstütze die PVV), ein Aufruf veröffentlicht worden, muslimische Gebetshäuser – nach schwedischem Vorbild – anzuzünden. Der Eintrag sei inzwischen gelöscht worden, hieß es am Mittwoch. Mehrere Gebetshäuser hätten inzwischen jedoch zur Bildung nächtlicher Bürgerwachen aufgerufen. Bereits am Montag habe die muslimische Interessenorganisation Samenwerkingsverband van Marokkaanse Nederlanders (SMN) einen Brandbrief an Premierminister Mark Rutte (VVD) geschickt und darin um besseren Schutz gebeten, heißt es weiter.

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