Nachgedacht: Quo vadis türkischer Fußball?

Das traurige Lied für die meisten türkischen Fußballfans wird täglich auf neuste angestoßen, immer wieder ist in den Medien zu lesen wie große Vereine den Gehaltszahlungen nicht nachkommen können. Dazu Passolig, fehlende Zuschauerzahlen und ein ungelöster Manipulationsskandal. Quo vadis türkischer Fußball? Ein Gastbeitrag von Öskan Duran.

In der Türkei werden durch die Regierung landesweit viele neue Stadien gebaut, aber der Zulauf der Fans in die Stadien fehlt nach wie vor. Das Sükrü Saracoglu-Stadion, das eigentlich immer nahezu ausverkauft vorzufinden war, ist in dieser Saison noch nicht mal bis zu einem Drittel gefüllt. Die meisten Fans machen hierfür die vom Türkischen Fußballverband neu angelegten Passolig-Kartenverkäufe verantwortlich.

Fehlende Zuschauerzahlen, keine Sponsorenverträge für die meisten Anadolu-Clubs sowie fehlender Rückhalt in den eigenen Rängen. Der türkische Fußball wird nahezu täglich mit den verfeindeten Fangemeinschaften und den Manipulationsskandalen vergangener Jahre konfrontiert. Und es gibt immer noch kein klares Ergebnis. Es ist traurig, dass man nicht zu einem Urteil kommen kann, wenn man doch an Italien und an die alte Dame denkt, die in die 2. Liga katapultiert wurde und heute wieder Italienischer Meister und Champions League-Teilnehmer ist.

Die Spitzenleute der TFF sind auch nicht gern gesehen, das Spiel mit der Ausländerregelung wird fast jede Saison aufs Neue diskutiert. Ob das an der Regelung liegt oder an der fehlenden Jugendarbeit? Vor Jahren hatte Sivasspor eine Finanzspritze für die Jugendabteilung bekommen, aber das Geld wurde für die Infrastruktur des Stadions und für eine neue Rasenheizung verwendet.

Es gibt Statistiken, die erfassen, wieviel Geld für neue Ausländer ausgegeben wurde. Doch was hat man all die Jahre damit erreicht? Nichts! Die Gedanken an den schnellen Erfolg beflügeln jeden Club und die Vereinspräsidenten ganz besonders. Doch die Zukunft des türkischen Fußballs sieht auch für den jetzigen Moment sehr düster aus.

Die Finanzlage und die Misserfolge der Clubs sowie der Nationalelf lassen die Alarmglocken läuten. Es bleibt nur abzuwarten, dass man sich zumindest einiges aus der Bundesliga und deren Nachwuchsabteilungen abguckt. Was wir zudem dringend benötigen: Geduld, Geduld Geduld!

In diesem Sinne, ein frohes neues Fußballjahr!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

Mehr zum Thema:

Süper Lig: Ausländerbegrenzung gekippt
Galatasaray: Sneijder mit 20-Millionen-Ausstiegsklausel
Roberto Carlos übernimmt Akhisar Belediyespor

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.