Attentat in Istanbuler Altstadt: Selbstmörderin war wohl russische Staatsbürgerin

Die türkischen Behörden haben die Selbstmordattentäterin, die sich am Dienstag in der Istanbuler Altstadt in die Luft sprengte, offenbar identifiziert. Bei der Terroristin von Sultanahmet handelt es sich ihnen zufolge um die russische Staatsbürgerin Diana R. Ihre Attacke riss auch einen Polizisten mit in den Tod.

Im Zuge der gemeinsamen Ermittlungen der türkischen Polizei und des nationalen Geheimdienstes (MİT) zum Selbstmordattentat im Touristenzentrum von Istanbul konnte jetzt die Täterin ausgemacht gemacht werden. Eine heiße Spur lieferte offenbar das Handy der Terroristin.

Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, hätten die Beamten im Mobiltelefon von Diana R. „ausländische Telefonnummern“ entdeckt. Vor dem Anschlag soll sie zudem Russisch mit einem Taxifahrer gesprochen haben. Mittlerweile gingen die türkischen Behörden aufgrund der aktuellen Beweislage davon aus, dass die Frau tschetschenische Wurzeln habe.

Bevor die Ermittler mit der Identität der Selbstmordattentäterin an die Öffentlichkeit gingen, wurde über eine Täterschaft der Revolutionären Volksbefreiungsparteifront (DHKP-C) spekuliert. Erst in der Vorwoche soll diese in einen Zwischenfall mit der Istanbuler Polizei verwickelt gewesen sein. Zudem hatte sich die DHKP-C zunächst auch zu dem jüngsten Anschlag bekannt (mehr hier). Die Familie der vermeintlichen Attentäterin Elif Sultan K. hatte jedoch zu Protokoll gegeben, dass es sich bei der Leiche nicht um die eigene Tochter handle, so das Blatt weiter.

Erst am Neujahrstag war ein Anschlag auf den Dolmabahce-Palast in Istanbul gescheitert. Der Angreifer wurde festgenommen. Er hatte zwei Handgranaten auf die Wachposten vor dem Palast geworfen, die nicht detonierten. Der Palast gehört ebenfalls zu den beliebtesten Urlauberzielen in Istanbul, außerdem unterhält Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dort ein Büro.

Zu dem Anschlagsversuch hatte sich ebenfalls die DHKP-C bekannt. Die DHKP-C steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste. Die Gruppe hatte sich unter anderem zu dem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara im Februar 2013 bekannt. Damals riss der Attentäter einen Wachmann mit in den Tod.

In der Türkei herrscht seit längerem Sorge vor möglichen Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), deren Territorium sich inzwischen bis zur syrisch-türkischen Grenze erstreckt. Die Terrororganisation PKK hatte in den vergangenen Monaten ebenfalls mit einem Ende des Waffenstillstands gedroht.

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