Deutschland und die Türkei kooperieren bei der Bevölkerungsforschung

Die deutsche und die türkische Gesellschaft altern. Beide Länder stehen vor einem umfassenden Bevölkerungsumbruch. Die Universitätsmedizin Greifswald und eine führende türkische Universität untersuchen die Folgen des demographischen Wandels jetzt gemeinsam.

Wer privat vorsorgen will, muss dasDer demographische Wandel ist nicht aufzuhalten. (Foto: Flickr/ flower bag by Mario Mancuso CC BY 2.0)

Der demographische Wandel ist nicht aufzuhalten. (Foto: Flickr/ flower bag by Mario Mancuso CC BY 2.0)

Um sich der demographischen Entwicklung anzupassen, muss sich in Deutschland und der Türkei noch einiges ändern. Die vielen „neuen Alten“ fordern das türkische und das deutsche Gesundheitssystem erheblich heraus. Gesundheitsstudien über die Verbreitung von Krankheiten, Risikofaktoren und die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Die Universitätsmedizin Greifswald und die türkische Dokuz Eylül Universität in Izmir kooperieren jetzt in diesem Forschungsfeld. Sie haben ein Innovationsnetzwerk gebildet, das deutsche und türkische Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verbinden soll. Erklärtes Ziel ist, gemeinsame Initiativen zur Gesundheitsforschung abzustimmen. „Wir verfolgen die Bildung eines Innovationsnetzwerkes zwischen deutschen und türkischen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum kooperativen Ausbau bevölkerungsbezogener Gesundheitsforschung mit nationaler und internationaler Ausstrahlung“, sagt Projektleiter Dr. Carsten Schmidt von der Universitätsmedizin Greifswald.

Im Rahmen des Projektes finden in Greifswald und in der Türkei interdisziplinäre Workshops mit Partnern und führenden Vertretern von internationalen Forschungsinstituten statt. Hierbei sind nicht nur Wissenschaftler angesprochen. Auch Studierende und junge Forscher aus Deutschland und der Türkei sollen sich an dem Austausch beteiligen.

Ob in Zukunft das maximale Lebensalter weiter ansteigt und in Deutschland und der Türkei die größte Bevölkerungsgruppe um die 90 Jahre alt sein wird, ist unter Wissenschaftlern noch nicht geklärt. Sicher ist, dass internationale Initiativen wie dieses deutsch-türkische Forschungsnetzwerk die Bevölkerungsforschung nach vorne bringen werden.

Nach einer Definition der Vereinten Nationen gilt die Türkei beispielsweise schon ab 2023 als „zu alt.“ Hiernach gelten Länder, die einen Anteil an älteren Menschen von acht bis zehn Prozent aufweisen, als „alt“. Steigt der Prozentsatz über zehn, sind diese Nationen sogar „zu alt“ (mehr hier ). Aus der Norm fällt die Türkei weltweit damit allerdings nicht.

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