„Geld sofort“: Brillanter Film über Geld, Schuldner und Kredit-Haie

Ein verschollener Film mit Heinz Erhardt aus dem Jahr 1960 ist eine brillante Darstellung der Finanz-Branche, wie sie vor einem halben Jahrhundert funktionierte. Der Film zeigt, dass sich im Grund nichts geändert hat - und kann daher als äußerst ermutigend bezeichnet werden.

35 Jahre nach dem Tod von Heinz Erhardt ist in einem Wiener Nachlass ein unbekannter Film des Komikers aufgetaucht. Der Film mit dem Titel «Geld sofort» ist 37 Minuten lang, und wird vom Norddeutsche Rundfunk (NDR) zu Recht als «kleine Sensation» bezeichnet. In der Komödie spielt Erhardt einen jungen Mann, der heiraten will und einen Kredit für einen Fernseher und einen Kühlschrank braucht. Dabei gerät er in die Fänge des betrügerischen Finanz-«Experten» Direktor Ehrlich (Oskar Sima).

Mit dem Film erreichte der NDR bei der Erstausstrahlung am Dienstagabend bundesweit 1,72 Millionen Zuschauer – ein beachtlicher Erfolg.

Auch die Enkeltochter von Heinz Erhardt, Nicola Tyszkiewicz, die den Nachlass ihres Großvaters verwaltet, kannte das Werk bisher nicht. Die originalen Filmrollen stammen aus einem Nachlass mit Material des Regisseurs Johann Alexander Hübler-Kahla. Möglicherweise sei der Film Anfang der 1960er Jahre entstanden, hieß es. Die Romanvorlage «Eine kleine Geschichte aus einer großen Stadt» stammt von Gabriel D’Hervilliez.

Der Film zeigt in beeindruckender Klarheit, wie die Finanzbranche funktioniert – und warum das Elend der Schuldner und das Glück der Banken zeitlos sind. Die Mechanismen funktionieren auf der Mikro-Ebene (Bankkunde), der Makro-Ebene (Staatsanleihen) und der Meta-Ebene (Hedge Fonds). Trostreich an dem Film ist, dass sich die Tricks bei Krediten und Bank-Geschäften seit Jahrzehnten nicht geändert haben. Der Spruch, früher sei alles besser gewesen, erweist sich als nostalgischer Irrtum. Die Menschen ändern sich nicht – weder zum Guten, noch zum Schlechten.

Allerdings nimmt der Film eine unterwartete Wendung, die man in dieser Konsequenz aktuell nicht mehr allzu häufig findet.

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