Islamkritischer Blogger in Saudi-Arabien öffentlich ausgepeitscht

In Saudi-Arabien wird ein Islam-Kritiker öffentlich ausgepeitscht. Die Bundesregierung in Berlin protestiert. Das Königreich gehört zu Deutschlands wichtigsten Partnern in der arabischen Welt. Amnesty International bezeichnet den Vorgang als Verstoß gegen internationales Recht.

Ein islamkritischer Blogger ist in Saudi-Arabien nach Angaben von Menschenrechtlern mit 50 Peitschenhieben bestraft worden. Das Urteil gegen Raif Badawi sei in der Hafenstadt Dschidda vor einer Moschee vollstreckt worden, berichtete die Organisation Amnesty International (AI) unter Berufung auf Augenzeugen. Der Blogger sei nach dem Freitagsgebet an Händen und Füßen gefesselt auf einen öffentlichen Platz geführt worden. Die 50 Peitschenhiebe habe er vor Zuschauern innerhalb von rund 15 Minuten erhalten, hieß es.

Es war demnach nur der erste Teil der Strafe. Badawi war im Mai wegen angeblicher Beleidigung des Islam zu insgesamt 1000 Peitschenhieben verurteilt worden, weil er den Islam beleidigt haben soll. Die Reststrafe wird laut AI über einen Zeitraum von 20 Wochen vollzogen. Badawi wurde zudem zu zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von einer Million saudischen Rial (rund 191 000 Euro) verurteilt worden.

Der Aktivist ist seit Mitte 2012 in Haft, seine Webseite «Freie saudische Liberale» wurde geschlossen. In dem Forum soll er den Islam beleidigt haben. Badawi habe «sich nichts anderes zuschulden kommen lassen als es gewagt zu haben, ein öffentliches Forum für Debatten zu schaffen», heißt es von Amnesty International. Die Auspeitschung sei ein Verstoß gegen internationales Recht.

Die Bundesregierung hat gegen die öffentliche Auspeitschung protestiert. «Diese grausame Art von Bestrafung ist menschenunwürdig», sagte ihr Menschenrechtsbeauftragter Christoph Strässer (SPD) am Freitag in Berlin. Zugleich appellierte er an SaudiArabien, die «grundlegenden Menschenrechte» zu beachten. Das Königreich gehört zu Deutschlands wichtigsten Partnern in der arabischen Welt.

Mehr zum Thema:

Jagd auf Frauen geht weiter: Saudische Religionspolizei untersagt jetzt das Schaukeln
Wegen Drogen-Schmuggel: Saudi Arabien köpft türkischen Staatsbürger
Neues Gesetz in Saudi Arabien: Atheisten sind jetzt Terroristen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.