Sorge um rechten Weg der Muslime: Brunei verbietet Weihnachten

Das südostasiatische Königreich Brunei verbietet Weihnachten. Im vergangenen Jahr hatte das Land das strenge Strafrecht der Scharia eingeführt. Seitdem werden Ehebruch und homosexuelle Handlungen mit dem Tod bestraft.

Offizielle Kanäle im Sultanat Brunei verkündeten in der vergangenen Woche ein Weihnachtsverbot. Das Verbot wurde verhängt, weil Erwachsene und Kinder nach offiziellen Aussagen „weihnachtsmannähnliche Kostüme“ getragen hätten, berichtet die Daily Mail. Rund 20 Prozent der Bewohner von Brunei sind nicht muslimischen Glaubens, sondern Buddhisten oder Christen.

Nach einem offiziellen Statement „sollen Muslime vorsichtig sein, an Feierlichkeiten anderer religiöser Comunitys teilzunehmen“, da „diese in keiner Weise mit dem Islam in Verbindung stünden und ihren Glauben ungewollt beschädigen könnten“. In dem offiziellen Statement heißt es außerdem, dass Geschäfte „ihre Weihnachtsdekoration entfernen müssten.“, berichtet rte.

Rund 420.000 Menschen leben in dem kleinen Königreich Brunei an der Nordwestküste der Insel Borneo. Der Sultan Hassanal Bolkiah hat hier die absolute Macht: Er ist Staatsoberhaupt, Regierungschef, Finanzminister, Außenminister und oberster Religionsführer.

Das ölreiche Brunei ist streng. So streng, dass im vergangenen Jahr das Scharia-Strafrecht eingeführt worden war. Auf Ehebruch und homosexuelle Handlungen stehen seitdem der Tod durch Steinigung. „Ich habe das Scharia-Strafrecht nicht aus einer Laune heraus eingeführt, sondern folge damit dem Willen Allahs.“, wurde der Sultan hierzu in der „Brunei Times“ zitiert.

Das Scharia-Recht sieht für bestimmte Gesetzesverstöße sogenannte Körperstrafen wie Steinigung oder die Amputation von Gliedmaßen vor. In Brunei werden unter anderem außereheliche Schwangerschaften, das Verpassen des Freitagsgebetes und das Verbreiten anderer Religionen bestraft. Die Todesstrafe durch Steinigung steht auf Ehebruch, Sodomie oder Beleidigungen gegenüber dem Propheten Mohammed.

Auch in Deutschland ist die Scharia ein Thema: Im vergangenen Jahr sorgte das Auftreten der selbsternannten „Scharia-Polizei” in Wuppertal für eine Debatte über schärfere Gesetze. Die deutsche Politik spricht von einem direkten Angriff auf den Rechtsstaat und eine Kriegserklärung, die nicht toleriert werden dürfe (mehr hier).

Eine große Mehrheit in der muslimischen Welt wünscht sich offenbar die Scharia als offiziell geltendes Recht in ihrem jeweiligen Land. Uneins sind sich die Menschen allerdings darin, wie das Gesetz angewendet werden soll. Das ergab eine Untersuchung des Pew Research Centers im Jahr 2013 (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Münsteraner Gesetzeswissenschaftler lehnt die „Scharia“ als Gesetzesbuch ab

Scharia-Polizei: Polizeigewerkschaft warnt vor Paralleljustiz

Hartes Urteil auf den Maledieven: 16-jährige soll für vor-ehelichen Sex ausgepeitscht werden.

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.