Toleranz, Humanität und Vielfalt: Türkisch-Deutsche Akademiker fordern Aufbegehren aus der gesellschaftlichen Mitte

Die Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform (TDPlattform e.V.) hat die Bürger Deutschlands aufgefordert, gegen Radikalismus und Ausgrenzung und für eine vielfältige Gesellschaft aufzustehen. Extremisten dürfe nicht die Deutungshoheit über die Gestaltung dieses Landes überlassen werden. Jetzt sei auch die Politik gefragt: Sie muss einen ehrlichen und offenen Diskurs um die Gestaltung des Einwanderungslandes auf Basis universeller Werte und Menschenwürde beginnen.

Eine Woche nach dem verherrenden Attentat auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo findet die Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform (TDPlattform e.V.) deutliche Worte für den Anschlag als auch für die anti-islamische Pegida-Bewegung in Deutschland. Nach Ansicht des Vereins gefährde die Zunahme religiös und ethnisch motivierter Ausgrenzung und Gewalt zunehmend den gesellschaftlichen Frieden. Jetzt sei nicht nur die Politik, sondern auch die gesellschaftliche Mitte gefragt.

In einer den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegenden Mttteilung erklärt der Verein:

„Die Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform (TDPlattform e.V.) steht für eine plurale, weltoffene, demokratischfreiheitliche Gesellschaftsordnung und verurteilt vehement den terroristischen Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris und stellt sich gegen die PEGIDA-Bewegung.“

Caner Aver, Präsident der TDPlattform, stellte heraus, das sein in Düsseldorf sitzender Verein gegen jede Form von Radikalität und Extremismus sei. Der Anschlag habe der Meinungs- und Pressefreiheit gegolten und richte sich gegen die gesellschaftliche Vielfalt und den Zusammenhalt in Europa.

Weder dieser Anschlag, noch die rechtspopulistische Bewegung um Pegida, dürfe zu einer gesellschaftlichen Polarisierung führen, heißt es weiter. Sie würden das soziale Klima verschärfen, Ressentiments gegenüber Minderheiten schüren und das friedliche Zusammenleben gefährden.

Für die TDPlatfform ergibt sich daraus eine logische Konsequenz:

„Deshalb fordern wir ein Aufbegehren aus der gesellschaftlichen Mitte quer über alle religiösen und ethnischen Gruppen hinaus. Nur wenn weltoffene und tolerante Bürger*innen unseres Landes gemeinsam gegen Radikalismus, Ausgrenzung und für eine vielfältige Gesellschaft ein Zeichen setzen, können wir für unsere gemeinsame Zukunft Verantwortung übernehmen.“

Die Deutungshoheit über die Gestaltung Deutschlands und der Gesellschaft dürfe keinen Extremisten überlassen werden: „(…) weder den als ‚besorgten Bürgern‘ verkappten Rassisten, noch den ‚religiösen Heilsbringern‘.“ Die Politik muss hier nach Ansicht des Vereins aktiv werden und künftig einen „ehrlichen und offenen Diskurs um die Gestaltung des Einwanderungslandes auf Basis universeller Werte und Menschenwürde zu beginnen.“

Nach Ansicht der Studierenden und Akademier gefährde die Zunahme religiös und ethnisch motivierter Ausgrenzung und Gewalt zunehmend den gesellschaftlichen Frieden in der Bundesrepublik. Aver macht hierzu deutlich:

„Davon sind alle Menschen gleich betroffen, unabhängig ihres politischen oder religiösen Weltbildes. Wir dürfen nicht zulassen, dass Opfer rassistischer oder religiöser Angriffe instrumentalisiert und als Rechtfertigung für menschenverachtende Ideologien benutzt werden. Weder PEGIDA noch religiöse Fanatiker werden unsere Asyl- und Zuwanderungspolitik und damit das Zusammenwachsen in unserem Land bestimmen.“

Die TD-Plattform ruft im Zuge dessen nun bundesweit ihre Mitglieder und Netzwerkpartner zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen Rassismus und Terror auf.

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