Konsequenzen aus Paris: EU und Türkei wollen verstärkt über terroristische Bedrohung sprechen

Die Differenzen ob der Zeichnungen des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» sind für die EU und die Türkei kein Hinderungsgrund, künftig noch enger im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zusammenzuarbeiten. Darauf verständigten sich der türkische Premier und der EU-Ratspräsident in Brüssel. Nach wie vor wird die Türkei als EU-Schlüsselpartner betrachtet.

Nach den Attentaten islamistischer Gewalttäter in Paris mit 17 unschuldigen Opfern wollen die EU und die Türkei verstärkt über den Kampf gegen den internationalen Terrorismus sprechen. Das umfasse auch die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstag in Brüssel nach einem Treffen mit dem türkischen Premier Ahmet Davutoğlu.

«Wir mögen unterschiedliche Ansichten haben über die Zeichnungen von «Charlie Hebdo»», fügte Tusk hinzu. Der türkische Regierungschef hatte nach einem Bericht der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu eine neue Mohammed-Karikatur des französischen Satireblattes scharf kritisiert.

«Die Türkei ist ein Schlüsselpartner für uns», resümierte der Pole Tusk. In den seit Jahren dauernden Beitrittsverhandlungen mit Ankara sollten neue Bereiche eröffnet werden, falls die Bedingungen dazu erfüllt seien. Der türkische Premier sagte mit Blick auf die Verhandlungen: «Wir wollen ein neues und anspruchsvolles Verfahren.» Die Türkei ist seit 1999 EU-Beitrittskandidat.

Mit Blick auf die islamkritische Pegida-Bewegung in Deutschland sagte Davutoğlu in einer Brüsseler Denkfabrik, in den 1930er Jahren hätten die Nationalsozialisten Juden für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht, für Pegida seien es heutzutage die Muslime – «und es gibt keinen Unterschied zwischen diesen Betrachtungsweisen», so Davutoğlu.

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