Druck auf Medien: Türkei verwehrt langjährigen Journalisten den Presseausweis

Die Türkei hat 94 langjährigen einheimischen Journalisten eine Verlängerung ihres Presseausweises verweigert. Die Erneuerung sei von der zuständigen Behörde ohne Begründung abgelehnt worden. Betroffene kritisieren: Noch nie war der Druck auf Journalisten in der Türkei derart offen.

Unter den Betroffenen seien regierungskritische Journalisten wie der Chefredakteur der mit Gülen verbundenen Zeitung «Zaman», Ekrem Dumanli. Dumanli war im Dezember bei einer Razzia gegen angebliche Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen zeitweise festgenommen worden (mehr hier).

Weitere Betroffene sind nach Angaben von CNN Türk unter anderem der in der Türkei bekannte Journalist und Moderator Cüneyt Özdemir und ein Fotograf der Agentur Reuters Türkei. Özdemir kritisierte die Entscheidung via Twitter und schrieb, noch nie sei der Druck auf Journalisten in der Türkei so offen und durch den Staat ausgeübt worden.

Die Zeitung «Todays Zaman» berichtete, im Februar oder März werde die Entscheidung des Presseamtes neu geprüft.

Der Prediger Gülen war früher Verbündeter des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Inzwischen sind die beiden Erzfeinde. Erdoğan wirft Gülen unter anderem vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben, um ihn zu stürzen.

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