Konfliktforscher: Angst vor islamistischem Terror führt zu stärkerer Diskriminierung von Muslimen

Die wachsende Angst vor islamistischem Terror könnte in Deutschland nach Einschätzung des Konfliktforschers Andreas Zick zu einer stärkeren Diskriminierung von Muslimen führen. Studien zeigten, dass Terrorangst bei Menschen, die ohnehin an Stereotype und Vorurteile glauben, eine Verfestigung dieses Denkschemas bewirken.

«Im schlimmsten Falle aber führt Bedrohung direkt zur Forderung nach einer stärkeren Diskriminierung», erläuterte Zick, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld, der Deutschen Presse-Agentur.

In Sachen Terrorbekämpfung habe die Bevölkerung allerdings in den vergangenen Jahren dazugelernt, betonte Zick. Es werde immer deutlicher, wie schwierig es für die Behörden sei, neue Formen des Terrors zu bekämpfen. Dazu gehörten der Terror von Menschen, die in Deutschland aufgewachsen seien, oder der «Einsamer-Wolf-Terrorismus», also Aktionen von Einzelnen oder kleinen Zellen.

Knapp zwei Wochen nach den Terrorattacken auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» und einen koscheren Supermarkt in Paris hatte die Polizei an diesem Montag eine geplante Kundgebung der Pegida-Bewegung in Dresden wegen einer konkreter Terrordrohung verboten. Auch eine Gegendemonstration wurde untersagt.

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