Sicherheitslücke: Amateur-Drone zirkuliert ungehindert über Istanbuler Flughafen

Der Pilot einer Amateur-Drone deckt eine Sicherheitslücke im Frühwarnsystem des Istanbuler Flughafens Atatürk auf. Das von ihm gebaute Fluggerät zirkuliert ungehindert über dem Flughafen. Der Vorfall ereignet sich zu einem sensiblen Zeitpunkt, gab es doch erst Anfang des Jahres Terroranschläge in der Bosporus-Metropole.

Der Amateur-Dronenbauer Aspet Manukyan fand Anfang der Woche eine Lücke in der Flugaufsicht des Istanbuler Flughafens Atatürk. Unglaublich aber wahr: Jedes unbemannte ferngesteuerte Vehikel kann ungehindert über dem Istanbuler Flughafen zirkulieren. Trotz großer Risiken.

Manukyan hatte mit seinem unbemannten Vehikel Filmmaterial in Länge von zwölf Minuten gedreht. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Doğan hat die türkische Flugaufsichtsbehörde (DHMI) bereits eine Untersuchung gegen den Amateur-Piloten eingeleitet. Die Polizei ermittelt ebenfalls.

Manukyan hat sein Youtube-Video zumDroneneinsatz mittlerweile gelöscht. Er gibt an, mit seinem Filmmaterial eine Sicherheitslücke aufgedeckt haben zu wollen.

„Das GPS System in einer Drone erlaubt es normalerweise nicht, über Flughäfen zu filmen. Das System schaltet sich dann automatisch aus. Ich wollte es ausprobieren, als ich sah, dass sich das GPS an meiner Drone nicht automatisch ausgeschaltet hatte. Ich wollte nichts Böses“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet.

Der pensionierte Pilot Nuri Sakary übte gegenüber der Nachrichtenagentur Doğan scharfe Kritik an den Behörden. Sie hätten ein nicht autorisiertes Flugobjekt in der Nähe des Kontrollturms zugelassen: „Kein unbekanntes Objekt sollte sich auf eine Entfernung von weniger als zehn Kilometern einem Flughafen nähern. Das ist Luftfahrtsterrorismus, der zu einer schwerwiegenden Gefahr werden könnte. Die Drone hätte mit einem Flugzeug zusammenstoßen können“, so Sakarya.

Währenddessen sprach sich Sefa İnan, ein pensionierte Luftfahrtechniker, dafür aus, dass der Verkauf von Dronen reguliert werden sollte. „Es sollte Vorschriften geben. Zur Zeit kann jeder eine Drone kaufen und sie fliegen lassen, wo er will. Das sollte gestoppt werden“, zitiert die Hürriyet İnan.

Neben Spekulationen über die Möglichkeit von terroristischen Anschlägen, gab es in der Türkei 2015 bereits reale Terroranschläge: Anfang Januar hatte eine Selbstmordattentäterin im Touristenzentrum Sultanahmet in der Altstadt der türkischen Metropole Istanbul einen Polizisten mit in den Tod gerissen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete danach dass der Polizist an seinen schweren Verletzungen gestorben sei. Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin sagte, ein weiterer Polizist sei bei der Detonation leicht verletzt worden (mehr hier).

Vier Tage nach dem Selbstmordanschlag im Istanbuler Touristenviertel Sultanahmet hatte die türkische Polizei in der zweiten Januarwoche in Istanbul einen Sprengsatz entschärft. Eine selbstgebaute Bombe war vor einem Einkaufszentrum im Stadtteil Basaksehir gefunden worden (mehr hier).

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