Weil er keinen Sohn bekam: Türke muss für Mord an Ehefrau lebenslang hinter Gitter

In der Türkei soll ein Mann seine Ehefrau umgebracht haben, weil sie ein Mädchen statt einen Jungen zur Welt brachte. Ein Gericht in der Stadt Diyarbakir im Osten des Landes verurteilte den Täter jetzt zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Der 29-Jährige habe die Tat nur einen Tag nach der Geburt seiner zweiten Tochter begangen, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Menschenrechtsorganisationen mahnen schon seit langem an, dass die Behörden den Schutz von Frauen auf die leichte Schulter nehmen würden.

Der Mann habe seine 33-jährige Ehefrau getötet, weil er sich einen Sohn gewünscht, seine Frau jedoch erneut eine Tochter zur Welt gebracht habe, berichtete Anadolu unter Berufung auf die Mutter des Opfers. Der Mann habe seine Frau im Schlaf getötet, indem er ihr elektrische Stromstöße versetzte. Das Gericht sah es nach Angaben von Anadolu als erwiesen an, dass er die Tat geplant und vorbereitet hatte.

Bis zum November 2014 sind nach Angaben des unabhängigen Portals «Bianet» in der Türkei 253 Frauen von Männern getötet worden. Im Jahr 2013 waren es demnach 214 Opfer. Menschenrechtsorganisation kritisieren, dass Behörden nicht genug zum Schutz von Frauen unternähmen.

Mehr zum Thema:

Gewalttaten gegen Frauen: Istanbul ist schlimmer als Anatolien
Türkei: Parlament verabschiedet Gesetz zum Schutz der Frau
Türkei: Lehrbücher sind noch immer frauenfeindlich

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.