Erdoğan: Der Westen hat um Kobane gekämpft  – die Menschen in Aleppo lässt er im Stich

Nach der Befreiung der syrisch-kurdischen Stadt Kobane von der Terrormiliz IS hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan das Vorgehen der internationalen Koalition kritisiert. Während die ganze Welt für Kobane aufgestanden sei, interessiere sich niemand für die nordsyrische Stadt Aleppo.

«Wir sagen ihnen Aleppo, doch sie hören nichts», sagte Erdoğan am Dienstag in Ankara vor lokalen Politikern. Nach monatelangen Kämpfen hatten kurdische Kämpfer die Terrormiliz am Montag vollständig aus Kobane vertrieben. Die USA und ihre arabischen Verbündeten unterstützen die Kurden mit massiven Luftschlägen. Sie erhielten auch Unterstützung kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak. Erst nach langem Zögern erlaubte die Türkei die Einreise über ihr Staatsgebiet.

Erdoğan sagte weiter, die Türkei habe 200 000 Flüchtlinge aus der Region Kobane aufgenommen. Unklar sei jedoch, ob diese zurückkehren könnten. «Wer wird die zerbombten Orte wieder aufbauen? Niemand plant für die Zukunft», zitiert ihn die dpa.

Insgesamt leben nach Regierungsangaben rund 1,6 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei. Am Sonntag eröffnete das Land das bisher größte Flüchtlingslager in der Region Suruc, die ans syrische Kobane grenzt.

Mehr zum Thema:

Kurdische Theorie um Kobane: Hat umkämpfte Stadt deutsche Ursprünge?
Chaos an der syrischen Grenze: Türkische Polizei greift BBC-Team an
Öl, Gas und der Dollar: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.