Neue Generation von Terroristen: Islamisten reisen mit ihren Kindern in den Dschihad

«Wir sehen uns wieder im Paradies», hieß es in der Abschieds-Mail einer Terrorverdächtigen aus Osnabrück. Sie soll mit ihrer kleinen Tochter nach Syrien gereist sein. Die Behörden befürchten jedoch: Ihr Vorgehen ist kein Einzelfall.

Islamisten aus Deutschland sind nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes vereinzelt mit ihren Kindern in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist. «Wir gehen von einem unteren zweistelligen Bereich aus», sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, dem ARD-Magazin «Report Mainz». Gleichwohl bereite die Gruppe den Behörden Sorgen: «Nicht zuletzt deshalb, weil die Eltern, die dschihadistisch geprägt sind, versuchen, ihre Kinder zu indoktrinieren, versuchen, sie zu einer neuen Generation von Dschihadisten aufzubauen.»

So sollen vergangenes Jahr eine Frau aus Osnabrück mit ihrer vierjährigen Tochter sowie ein Salafist aus Mainz mit sechs seiner Kinder Richtung Syrien ausgereist sein. Die zum Islam konvertierte Deutsche aus Osnabrück habe eine Abschieds-Mail sinngemäß mit den Worten «Wir sehen uns wieder im Paradies» beendet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, der dpa. Möglicherweise werde es ein Ermittlungsverfahren geben, weil sich die Frau einer terroristischen Vereinigung angeschlossen haben könnte.

Fred Abrahams von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sagte «Report Mainz» über den Missbrauch von Kindern durch die IS-Terrormiliz: «Wir haben Dutzende von Kindern interviewt, die in diesen Gruppen gekämpft haben. Sie wurden zu militärischem Training gezwungen, religiöser Indoktrination und mussten sich Videos von Enthauptungen anschauen.»

Vor zwei Wochen war ein Propagandavideo der Terrormiliz Islamischer Staat im Internet aufgetaucht. Darin wird der Eindruck erweckt, ein kleiner Junge erschieße zwei vor ihm kniende angebliche russische Spione. Danach sagt er: «Ich möchte euch abschlachten, oh Ungläubige.» Die Authentizität des Videos ließ sich nicht überprüfen.

Hier geht es zum Beitrag in der ARD-Mediathek.

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