Gemeinsame Automarke: Türkischer Industrieminister will mit Gruppe der acht Entwicklungsländer kooperieren

Der türkische Industrieminister Fikri Işık hat seine Amtskollegen aus der D-8 Gruppe der Entwicklungsländer aufgefordert, sich an der Schaffung einer Joint Venture Automarke zu beteiligen. Pläne für eine eigene Automarke hegt die Türkei bereits seit gut vier Jahren. Ein gemeinsames Projekt könnte nicht nur der hiesigen Wirtschaft dienlich sein.

Işık brachte das Thema gemeinsame Automarke anlässlich eines Treffens der D8-Staaten in der iranischen Hauptstadt Teheran aufs Tableau. Seiner Ansicht nach mache eine solche Kooperation absolut Sinn. Das Gesamtvolumen des bilateralen Handels zwischen den Mitgliedstaaten habe sich zwischen 2000 und 2011 verdoppelt. Das neue Ziel bis 2018 sieht einen Anteil von 20 Prozent am gesamten Welthandel vor.

2011 betrug das Handelsvolumen innerhalb der Gruppe der acht Entwicksländer 130 Milliarden US-Dollar. Nach Ansicht der Türkei ist hier noch viel Luft nach oben. „Wir müssen diese Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten mit soliden Projekte festige und diese auf weitere Ebenen ausweiten“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Işık. Die Türkei habe bereits ein eigenes Automobil-Projekt gestartet. Nun könnten die anderen Staaten sich einklinken, um die Zusammenarbeit künftig zu vertiefen.

Die Türkei hat sich dem Projekt zur Entwicklung einer nationalen Automarke bereits 2010 verschrieben. Damit sollten die Exporte des Landes gesteigert und gleichzeitig das Leistungsbilanzdefizit reduziert werden. Einige türkische Unternehmer wollten in der Vergangenheit sogar mehrere Automarken auf den Markt bringen (mehr hier).

Investoren zeigten sich jedoch skeptisch ob solcher Vorhaben. „Kein Industrieller wird die Verantwortung dafür übernehmen, ein nationales Auto zu produzieren, wenn die wirtschaftiche Basis für dieses Vorhaben nicht genau berechnet wurde“, erklärte Haydar Yenigün, General Manager von Ford Otosan in der Türkei im Jahr 2012. Zudem sei die Herstellung eines türkischen Autos falsch verstanden worden. Ziel sei es nicht, ein Auto komplett in der Türkei herzustellen, denn das sei „unmöglich“. Ziel sei vielmehr eine eigene türkische Automarke. Die Unterstützung der Regierung sei ebenfalls noch nicht klar durchdacht worden, denn welche Hilfe die Regierung vorsehe, wisse man nicht. Andere zeigten sich optimistischer und sahen die Herausforderung nicht in der Produktion, sondern eher im Vertrieb sowie im Marketing (mehr hier).

Zuletzt kündigte die Türkei im März 2014 eine eigene Automarke an. Gebaut werden sollte ein eigenes Elektroauto. Wie innovativ hier junge türkische Ingenieure sein können, zeigte sich im September des gleichen Jahres. Studenten aus Istanbul haben ein Elektroauto gebaut, das sie anschließend in der ganzen Türkei getestet haben. Das „T-1“ hatte dabe eine hervorragende Alltagstauglichkeit bewiesen. Weite Strecken können mit bis zu 130 Stundenkilometern zurückgelegt werden (mehr hier).

Über verbindliche Zusagen an den türkischen Minister ist bislang nichts bekannt. D-8-Generalsekretär Seyed Ali Mohammad Mousavi zog am Ende des Treffens dennoch eine positive Bilanz. „Mit gemeinsamen Investitionen und Projekten können wir wesentlich zur Entwicklung unserer Volkswirtschaften beitragen.“ Aber man könnte das nicht ohne die Beteiligung des Privatsektors, so Mousavi.

Die D-8 ist eine Organisation, die die Zusammenarbeit zwischen Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und der Türkei fördern will und die Sichtbarkeit und den Status der Mitgliedstaaten in der Weltwirtschaft verbessern soll.

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