Berliner feiern Vielfalt

Am Brandenburger Tor feierten am Sonntag mehrere Hundert Berliner für mehr Toleranz und Vielfalt. Die Veranstalter wollten sich mit dem „Fest der Vielfalt“ von Pegida absetzen. Und ausnahmsweise einmal nicht gegen, sondern für etwas demonstrieren.

Es sollte die bisher größte von Bürgern organisierte Kundgebung in Berlin seit Beginn der Pegida-Demonstrationen werden. Am Ende kamen nur einige Hundert Menschen zusammen, aber die hatten es in sich: „Vielfalt ist etwas besonders. Vielfalt ist nicht selbstverständlich. Berlin muss Vorbild sein in dieser Sache“ rief der 18-jährige Nils Bunjaku, der Organisator des Festes, allen Anwesenden von der Bühne zu. Die noch junge Initiative „Vielfalt Berlin“ hatte zu der Demonstration aufgerufen.

Viele Besucher nahmen das Motto der Veranstaltung wörtlich und brachten bunte Luftballons mit. Auf den mitgebrachten Schilder konnte man Aufschriften wie „Herz statt Hass“, „Bunt statt Farbig“ oder „Die Welt ist 1 Heimat“ lesen. Das Bühnenprogramm stand der Vielfalt vor der Bühne in keiner Weise nach: Bekannte Musiker, Deutschlands beste Poetry Slammer, Künstler sowie spannende Redner wollten ein Zeichen setzen. Auf der Bühne sang der Singer-Songwriter Sebastian Block vom Schicksal vieler Flüchtlinge: „Wo willst du hin, wenn dich keiner vermisst, wenn dich da, wo du herkommst keiner vermisst.“

Auch die Flüchtlinge selber kamen zu Wort beim „Fest der Vielfalt“: Ein Vertreter der „Initiative für junge Flüchtlinge“ appellierte an die Weltoffenheit der Deutschen: „Nicht jeder in Deutschland fühlt sich bedroht von anderen Kulturen.“ Woraufhin ihm die Menge zustimmte.

Die Anhänger der islamkritischen Pegida-Bewegung haben bereits angekündigt, dass sie am Montagabend erneut in Berlin demonstrieren wollen. Zu dem so genannten „Bärgida-Spaziergang“ werden wie in den vergangenen Wochen wieder einige hundert Teilnehmer erwartet.

Währenddessen nimmt in Zeiten von Pegida die Gewalt gegen Flüchtlinge zu. Die Anschläge werden immer brutaler stellen Flüchtlingsorganisationen fest. Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge gibt es in ganz Deutschland (mehr hier).

Zuletzt hatte sich die Pegida-Bewegung selber zerlegt. Beide Lager riefen ihre Anhänger danach zu getrennten Kundgebungen auf (mehr hier).

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