Niederländischer Journalistin droht Haftstrafe in der Türkei

Weil sie Propaganda für die Terrororganisation PKK verbreitet haben soll, droht einer niederländischen Journalistin eine mehrjährige Gefängnisstrafe in der Türkei. Anfang April muss sie sich in Diyarbakir den Vorwürfen stellen. Erst im Dezember erlebte die Türkei eine Verhaftungswelle unter Journalisten.

Einer in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir lebenden niederländischen Journalistin drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft werfe Frederike Geerdink vor, Propaganda für die Terrororganisation PKK verbreitet zu haben, berichteten türkische Medien. Die Journalistin soll zum Beispiel PKK-freundliche Botschaften über soziale Netzwerke geteilt haben. Geerdink teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, der Prozess solle am 8. April in Diyarbakir beginnen.

Im Januar war Geerdink wegen des Vorwurfs der Terror-Propaganda in Diyarbakir verhört worden, so die dpa. Die Journalistin lebt und arbeitet seit mehr als sieben Jahren in der Türkei. Sie schreibt nach eigenen Angaben unter anderem über die kurdische Minderheit im Land.

Im Dezember waren zahlreiche türkische Journalisten und andere angebliche Regierungsgegner festgenommen worden (mehr hier). Die EU hatte das als «unvereinbar mit der Freiheit der Medien» kritisiert. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte das empört zurückgewiesen. Erdoğan erklärte kürzlich, in keinem anderen Land sei die Presse so frei wie in der Türkei.

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