Islamistischer Prediger hat Auftrittverbot in Berliner Moschee

Imam Sheikh Abdel Moez al-Eila aus Ägypten darf keine Gast-Predigten mehr in Berlin-Neukölln halten. Das hat der Vorstand der Al-Nur-Moschee nun entschieden. Der Iman hatte mit einer frauenfeindlichen Predigt für Entsetzen gesorgt.

Der wegen frauenverachtender Äußerungen heftig kritisierte islamistische Prediger Sheikh Abdel Moez al-Eila wird nicht mehr in der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln auftreten. Das bestätigte Moschee-Vorstand Izzeldin Hammad am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der «B.Z.-Liveticker» darüber berichtet. Der ägyptische Gast-Prediger hatte die völlige Unterordnung der Frau unter den Mann im Islam gepredigt und damit heftige Kritik bei Parteien und dem Türkischen Bund ausgelöst. Inzwischen gingen drei Strafanzeigen gegen ihn bei der Polizei ein.

Hammad ließ offen, aus welchen Gründen die Gastpredigten des Geistlichen in Berlin beendet sind. Er kehre nach Italien zurück. «Der Herr wird nicht weiter bei uns tätig sein», sagte der Vorstand.

Der Imam hatte der Frau die Selbstbestimmung über ihren Körper in der Ehe abgesprochen. Sie dürfe sich niemals beim Sex ihrem Mann verweigern, dürfe ohne seine Erlaubnis nicht das Haus verlassen oder arbeiten. Er hielt die Predigt Ende Januar in der vom Verfassungsschutz beobachteten Al-Nur-Moschee.

Sie ist berüchtigt für Gast-Auftritte von Hass-Predigern und gilt als Zentrum fundamentalistisch geprägter und gewaltbereiter Salafisten. In den vergangenen Jahren hatten Prediger dieser Moschee auch zum Dschihad (Heiliger Krieg) und im Juli 2014 auch zur Tötung von Juden aufgerufen.

Berlins Innen-Staatssekretär Bernd Krömer hält die frauenfeindlichen Äußerungen des Gastpredigers nicht für ausreichend, um den Moscheeverein zu verbieten. «Ein Vereinsverbot hat in Deutschland hohe Hürden», sagte der CDU-Politiker im rbb-Inforadio. «Wir leben in einem Rechtsstaat, da gibt es keine Schnellschüsse.» Dennoch müssten die Behörden angesichts der Häufung solcher Vorfälle darüber nachdenken, wie man mit diesem Moscheeverein weiter umgehe.

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