Kampf gegen den Terror: Türkische Polizei verhaftet erstmals türkischen IS-Anhänger

Erstmals ist in dieser Woche ein türkischer Syrien-Rückkehrer nach dem Grenzübertritt von den türkischen Behörden verhaftet worden. Dem Mann wird vorgeworfen, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen zu haben. Auch in der Türkei selbst griff die Polizei durch.

Der 38-jährige Syrien-Rückkehrer Musa G. soll den Beamten im vergangenen Januar bei einer Ausweiskontrolle in Gaziantep aufgefallen sein. Ein Gericht in der türkischen Hauptstadt Ankara habe nach seiner Vernehmung Haftbefehl erlassen.

Die Ehefrau habe den Mann sowie die gemeinsamen 15-jährigen Zwillingssöhne zuvor als vermisst gemeldet und befürchtet, dass sie sich der Terrormiliz ohne ihr Wissen angeschlossen haben könnten, berichtete die Tageszeitung «Vatan».

Bereits am 8. Oktober 2014 soll Musa G. mit seinen Söhnen gen Syrien gereist sein, so auch die Hürriyet. Am 27. Januar soll er dem Blatt zufolge in die Türkei zurückgekehrt sein. In der Heimat hatte er vor, sein Haus zu verkaufen, um Schulden zu begleichen und nun auch seine Frau nachzuholen. Die Söhne sollen sich hingegen nach wie vor in Syrien aufhalten. Bei einer Personenkontrolle eines Richtung Ankara reisenden Buses am Grenzübergang in Gaziantep fiel er schließlich den Beamten in die Hände.

Im Verhör soll der Mann ausgesagt haben, dass er sich dem IS angeschlossen habe, um ein Leben nach seinen religiösen Überzeugungen führen zu können. Dem IS habe er sich religiös nahe gefühlt. Er sei illegal mit seinen Söhnen nach Syrien gereist und habe dort die Milizen direkt wegen einer Aufnahme angesprochen. Musa G. zufolge sei das Trio daraufhin zehn bis zwölf Tage vernommen und auf die religiöse Überzeugung hin geprüft worden. Nachdem die Milizen überzeugt gewesen wären, dass sie gläubige Muslime seien, wären sie aufgenommen worden.

In Syrien habe er mit seinen Söhnen in einer Küche gearbeitet. Insgesamt 270 US-Dollar hätten sie dort verdient. In bewaffnete Angriffe sei angeblich keiner von ihnen involviert gewesen.

Über einen weiteren Zuschlag informierte zur Wochenmitte die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach seien im Südosten der Türkei vier Personen festgenommen worden, die verdächtigt werden, IS-Anhänger zu sein.

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