Wirbelsäulen-Implantat gibt Hoffnung bei Querschnittslähmung

Ein hauchdünnes Implantat im Rückenmark soll die Nerven von Gelähmten reaktivieren. Ein Mikro-Chip sendet elektrische Signale und überrückt so den Schaden, der etwa bei einer Querschnittslähmung entsteht. Dank der weichen und flexiblen Form kann der Chip jahrelang getragen werden. Im Tierversuch zeigten sich keine Abstoßungsreaktionen.

Ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL)  hat ein neues Implantat entwickelt, das im Rückenmark die Schäden einer Querschnittlähmung überbrücken kann. Wie das Fachmagazin Science berichtet, funktioniert das hauchdünne Silikon-Implantat wie eine künstliche Hirnhaut bzw. Rückenmarkshaut. Durch die davon ausgehenden elektrischen Impulse können gelähmte Körperteile wie Füße und Hände wieder bewegt werden. Im Tierversuch konnten gelähmte Labormäuse dank des Chips wieder laufen, aber auch Epilepsie und Parkinson sollen so behandelbar werden.

Die Überbrückung toter oder durchtrennter Nervenenden durch Elektro-Impulse wird seit einigen Monaten erfolgreich getestet. Allerdings nur punktuell, denn bisher waren die Chips dazu zu groß und hart für eine dauerhafte Implantation, da sie an dem empfindlichen Nervengewebe im Rückenmark scheuerten.

Die Forscher haben daher nach einem Weg gesucht, die Elektro-Stimulation dauerhaft nutzbar zu machen. Dazu wird eine elastische Siliziumhaut mit Golddrähten durchzogen. Ein Mikrokanal wird zusätzlich mit einem chemischen Neurotransmitter gefüllt, der verletzte Nervenzellen stimuliert. Dank der weichen und flexiblen Form hat der E-Dura-Chip die gleichen mechanischen Eigenschaften wie eine echte Hirnhaut und kann jahrelang getragen werden. Im Tierversuch zeigten sich keine Abstoßungsreaktionen. Im nächsten Entwicklungsschritt ist eine Steuerung über W-LAN sowie eine Vorbereitung auf klinische Tests an Patienten geplant.

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