65. Berlinale: „Nobody Wants the Night“ versetzt die Hauptstadt in Eiseskälte

Mit dem Polar-Expeditionsdrama „Nobody Wants the Night“ wurde die diesjährige Berlinale eröffnet. Der Streifen, der das Publikum zurück ins Jahr 1908 versetzt, wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Gemeinsam mit Juliette Binoche geht es in die eiseskalte Arktis.

Für den diesjährigen Eröffnungsfilm im Wettbewerb verantwortlich zeichnet die katalanische Regiesseurin Isabel Coixet. Sie drehte das wagemutige Filmdrama um die amerikanische High-Snobiety-Lady namens Josephine Peary, die ihrem Gatten, einem Polarforscher, hinterher reist.

Die Szenerie spielt in Grönland im Jahr 1908. Und dort liegt Schnee so weit das Auge reicht. Josephine, gespielt von Juliette Binoche, ist eine selbstbewusste, wagemutige Frau. Sie hat den berühmten Arktis-Forscher Robert Peary geheiratet und bricht nun zu einer gefährlichen Reise auf, um ihren Mann zu treffen, der eine Route zum Nordpol sucht.

In das gefährliche Unterfangen begibt sich Josephine zwar hartnäkig, aber auch reichlich naiv. Sie ignoriert die Warnungen erfahrener Polarreisender vor dem einbrechenden Winter. Die Folgen sind fatal: Nur unter großen Opfern gelingt es der Expedition schließlich, bis zu Pearys Basislager vorzudringen. Einmal dort angekommen, weigert sich Josephine umzukehren. Sie will in der Hütte überwintern. Nur die junge Inuitfrau Allaka alias Rinko Kikuchi, die in einem Iglu lebt und die Kälte kennt, bleibt mit ihr zurück. Die langen Nächte und die Kälte lassen die Frauen zusammenwachsen. Obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Welten stammen, scheint sie mehr zu verbinden, als anfangs geahnt.

Die Filmemacherin Isabel Coixet war bereits sechs Mal bei der Berlinale vertreten. 2009 war sie zudem Mitglied der Jury. Zum Thema starke Frauen zeigt sie erneut eine Frau, die bereit ist, jenseits ihres gewohnten Alltags mutig Risiken einzugehen. Sie muss lernen, sich einer anderen Kultur und Lebensform anzufassen. Die Kamera offenbart die Einsamkeit zweier Frauen, die in der Kälte und Dunkelheit gefangen sind. Großartig gespielt von Julitte Binoche. In der Nebenrolle ist Gabriel Bryne zu sehen.

Zur Pressekonferenz von „Nobody Wants the Night“ in Berlin kamen nun Regiesseurin Isabel Coixet, die französische Schauspielerin Juliette Binoche, die japanische Schauspielerin Rinko Kikuchi und der Darsteller Gabriel Byrne.

Vor allem die Frage, wie das Team unter diesen extremen Bedinungen den Film zustande gebracht habe, interessierte die Journalisten brennend. Juliette Binoche lüftete das Geheimnis mit einem Augenzwinkern. Dem Team sei tatsächlich richtig warm gewesen, schließlich habe man in einem Studio mit Kunstschnee gedreht. Drei Tage sei jedoch in Norwegen bei richtiger Kälte gedreht worden, so Regisseurin Coixet. Ein Gefühl, das die Berliner dieser Tage sicherlich nur allzu gut nachempfinden können…

Kamuran Egri

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