Internationales Marktforschungsinstitut: Anzahl der Muslime weltweit wird überschätzt

Wie eine repräsentativen Umfrage des internationalen Marktforschungsinstituts Ipsos-Mori herausgefunden hat, wird die Anzahl von Muslimen weltweit deutlich zu hoch eingeschätzt. Im Ranking der Fehleinschätzungen belegt Deutschland mit einer Überschätzung von 13 Prozentpunkten einen Mittelfeldplatz. Auch alle anderen herangezogenen Staaten sind teils weit von der Realität entfernt.

Die Ergebnisse sind das Resultat einer Befragung, die in insgesamt 14 Ländern durchgeführt wurde. In allen Befragungsländern wurde Ipsos-Mori zufolge die Anzahl von Muslimen deutlich zu hoch eingeschätzt. Die Unwissenheit zieht sich über Kontinente und ist sowohl in Europa als auch in den USA teils eklatant.

„In Frankreich steht der Islam nicht erst seit dem Charlie Hebdo Attentat immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Vielleicht liegt es daran, dass die Franzosen den Anteil der muslimischen Bevölkerung stark überschätzen und glauben, dass 31 Prozent der Einwohner ihres Landes dem muslimischen Glauben angehören. In Wahrheit sind es jedoch nur acht Prozent“, heißt es in einer den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegenden Mitteilung. Neben Frankreich verfehle aber auch Belgien seinen wahren muslimischen Bevölkerungsanteil um 23 Prozentpunkte. Die US-Amerikaner gingen hingegen davon aus, dass 15 Prozent ihrer Einwohner dem muslimischen Glauben folgten. In der Realität sei es jedoch nur ein Prozent.

Deutschland schätzt christlichen Bevölkerungsanteil richtig

Dem Marktforschungsinstitut zufolge glauben die Deutschen im Durchschnitt, dass 19 Prozent der Einwohner ihres Landes dem Islam angehören würden. Der eigentliche muslimische Bevölkerungsanteil betrage allerdings nur sechs Prozent. Richtig würden die Deutschen hingegen bei der Frage nach dem Anteil der christlichen Bevölkerung liegen. Im Durchschnitt werde dieser auf den zutreffenden Wert von 58 Prozent geschätzt.

„Deutschland ist das einzige Land, das den christlichen Anteil seiner Einwohner richtig einschätzte. In den meisten christlichen Ländern wird die Anzahl der Christen unterschätzt“, heißt es hierzu. Am stärksten die USA und Kanada ihren christlichen Bevölkerungsanteil unterschätzen. Demnach läge in den nordamerikanischen Ländern die Einschätzungen mit über 20 Prozentpunkten stark unter den wirklichen Zahlen.

Das internationale Marktforschungsinstitut Ipsos befragte mehr als 11.000 Personen in 14 Ländern zu ihrer persönlichen Einschätzung von Werten in ganz unterschiedlichen Bereichen. In allen Ländern ergaben sich unabhängig vom Thema sehr ausgeprägte Diskrepanzen zu den statistisch untermauerten wahren Werten.

Steckbrief Ipsos Studie „Perils of Perception“

Diese Ergebnisse stammen aus der Ipsos Mori Studie „Perils of Perception“, die im August 2014 durchgeführt wurde. Über das Ipsos Online Panel wurde die Studie in 14 Ländern durchgeführt: Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Polen, Schweden, Spanien, Südkorea und die Vereinigten Staaten von Amerika. Für die Studie wurde eine internationale Stichprobe von 11.527 Erwachsenen in den USA und Kanada zwischen 18 und 64 Jahren, in allen anderen Ländern zwischen 16 und 64 Jahren, gezogen.

Quelle für die „wirklichen Zahlen“ sind überwiegend amtliche Statistiken der Erhebungsländer. In Deutschland stammen die Daten über die Glaubensangehörigkeit von der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid).

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