65. Berlinale: Nicole Kidmann verzaubert die Hauptstadt

Auch am zweiten Tag der 65. Berlinale gab es wieder großes Staraufgebot. Diesmal zogen "Queen of the Dessert" mit Nicole Kidman und "45 Years" mit Charlotte Rampling in ihren Bann. Das Publikum durfte sich auf epische Bilder und ein ergreifendes Liebesdrama freuen.

Die Berlinale versprüht unbestrittenen einen Hauch von Hollywood. Werner Herzogs Wettbewerbsbeitrag „Queen of the Desert“ mit Nicole Kidmann zog das Interesse der Medien in entsprechend großer Zahl auf sich.

Wie schon am Vortag, so geht es auch mit Herzog und Kidmann zurück in die Vergangenheit. Vom bequemen Kinosessel aus kann das Publikum auf den Spuren einer wahren Begebenheit wandeln. Der Film erzählt die Geschichte der 1868 geborenen Gertrude Bell, gespielt von Nicole Kidman, die als Historikerin, Schriftstellerin und Angehörige des britischen Geheimdienstes entscheidend an der Weichenstellung für die politische Neuordnung des Nahen Ostens um 1920 beteiligt war. Später ging diese ungewöhnliche Frau  als „weiblicher Lawrence von Arabien“ in die Geschichte ein.

Als gebildete junge Dame, für die in England kein geeigneter Mann gefunden werden konnte, unternimmt sie eine Reise nach Teheran. Nach ihrer tragischen Liebe zu dem Diplomaten und besessenen Spieler Henry Cadogan, alias James Franco, entschließt sie sich, dem Privaten zu entsagen und als Forschungsreisende die Region zu erkunden.

Sie lernt Sprachen vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Osmanischen Reiches, übersetzt Literatur, begegnet in Kairo, Basra und Bagdad muslimischen Würdenträgern und gewinnt mit Mut und Respekt deren Vertrauen. Sie ist die prädestinierte Vermittlerin zwischen dem Orient und dem British Empire.

Mit epischen Panoramabildern zeigt Werner Herzog eine Geschichte über eine ungewöhnliche, mutige Frau, die im Ersten Weltkrieg eine besondere Rolle spielte. Nicole Kidman spielt die Rolle einer starken Frau mit Bravour. James Franco als ihr Liebhaber steht ihr überzeugend zur Seite. Enttäuschend fällt jedoch der Part von Mädchenschwarm Robert Pattinson aus. Als Lawrence erscheint er wenig untalentiert und insgesamt enttäuschend.

Auf der Pressekonferenz in Berlin waren Nicole Kidman, James Franco, Damian Lewis und Werner Herzog zugegen. „Eine ungewöhnliche Rolle zu spielen ist für jede Frau etwas Besonderes. Es war für mich eine Ehre und große Herausforderung diese Rolle zu spielen“, so die Kidmann. Auch Regisseur Werner Herzog erschien hocherfreut über die Zusammenarbeit mit der Australierin. „Endlich habe ich sie entdeckt. Es war genau richtig Nicole mit diese Rolle zu besetzen.“

Ebenfalls im Wettbewerb wurde am Freitag „45 Years“ gezeigt. Die Handlung ist schnell erzählt. Kate, gespielt von Charlotte Rampling, steckt mitten in den Vorbereitungen zu ihrem 45. Hochzeitstag, als ihr Mann Geoff (Sir Tom Courtenay) plötzlich eine Nachricht bekommt, die ihn in die Vergangenheit zurückversetzt. Denn aas seine Frau nicht wusste: Vor 50 Jahren verunglückte seine damalige Freundin bei einem Unfall in den Schweizer Alpen tödlich. Jetzt erst wurde ihr Leichnam gefunden, eingefroren im Eis und in der Zeit. Kate und Geoff sind geschockt, doch sie können ihre Verunsicherung nicht teilen. Denn Geoff verbirgt ein weiteres Geheimnis. Er zieht sich immer mehr in eine ferne Welt der Erinnerungen zurück, während Kate versucht, die aufkeimende Eifersucht und Angst mit Pragmatismus zu unterdrücken. Es gilt, die besondere Musik, die eine große Rolle spielt und das Menü für die Party auszusuchen und weitere Arrangements zu treffen.

Regisseur Andrew Haigh zeigt ein Liebesdrama als Adaption einer Kurzgeschichte. Ein Film über ein Ehepaar, das in die Jahre gekommen ist und ihren 45. Hochzeitstag planen. Wieder im Thema starke Frauen gibt Charlotte Rampling die fürsorgliche treue Ehefrau großartig. Ein rührendes Melodrama, das für tolle emotionale Momente sorgt.

Anschließend zur Pressekonferenz kam Regisseur Andew Haigh und brachte Charlotte Rampling, Sir Tom Courtenay und den Produzenten Tristan Goligher mit.

Kamurann Egri

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