65. Berlinale: Deutscher Film mit türkischem Darsteller im Wettbewerb

Am dritten Tag der 65. Berlinale war es soweit: Endlich gab es wieder einen deutschen Film, der das Publikum mitreißt. Sebastian Schippers Thriller "Victoria" wurde in nur einer Einstellung gedreht. Das Experiment glückte. Der Streifen war für viele der Höhepunkt des Tages. Mit dabei ist übrigens auch ein türkischer Darsteller.

Schon jetzt gilt der Film „Victoria“ als die Berlinale-Sensation. Das ungewöhnliche Filmprojekt von Sebastian Schipper ist herrlich anders und hebt sich wohltuend von den nur allzu perfekten Hollywood-Produktionen ab.

Das Filmexperiment hat einen rasanten Plot, der harmlos beginnt. Victoria, gespielt von Laia Costa, tanzt selbstverloren durch die Berliner Szene. Vor einem Club lernt die junge Spanierin vier Kumpel kennen, die einen drauf machen wollen und die sich als Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Bogowski), Blinker (Burak Yigit) und Fuß (Max Mauff) vorstellen. Schnell kommt man ins Gespräch.

Sonne und Victoria interessieren sich füreinander und setzen sich bei erster
Gelegenheit von der Gruppe ab. Ihr zarter Flirt wird jedoch jäh von den anderen unterbrochen, denn für den Rest der Herren ist diese Nacht noch lange nicht zu Ende. Um eine alte Schuld zu begleichen, müssen sie ein „krummes Ding“ durchziehen. Weil einer von ihnen zu betrunken ist, soll ausgerechnet Victoria die Rolle der Fahrerin übernehmen. Doch aus dem Spiel wird plötzlich bitterer Ernst.

Regisseur Sebastian Schipper war zugleich Drehbuchautor. Kreiert hat er eine Geschichte einer atemlosen Nacht in den Straßen der Metropole Berlin. Dazu eine spannende Kamerafahrt der Sonderklasse: Denn die Kamera verknüpft die vergehende Zeit und die
zahlreichen Schauplätze nahtlos miteinander und bezieht den Zuschauer unmittelbar ins Geschehen ein. Endlich ein atembraubender und temporeicher Berlinalefilm.

Auf der Pressekonferenz waren die Journalisten hoch begeistert und von allen Seiten
wurde viel Lob verteilt. Sebastian Schipper kam mitsamt Schaupielerin Laia Costa,
den Kollegen Frederick Lau, Franz Bogowski, dem türkischen Darsteller Burak Yigit, sowie
Max Mauff und Andre M. Hennicke. Der Dänische Kameramann Sturla Brandth Grovien war ebenfalls dabei.

Als größte Herausforderung beim Dreh bezeichnete der Regisseur in der Tat die Umsetzung des Skripts. „Das Drehbuch so ins Szene zu setzen und drauf losdrehen. Sponntane Entscheidungen waren nötig und wir haben alles genommen was Adrenalin ausmacht. Der Banküberfall war nicht vorgesehen, doch sponntan habe ich mich dafür entschieden. Damit die Spannung noch mehr steigt“, so Schipper. „Mit diesen jungen Darstellern zu drehen und mit einem Tape zu drehen ohne einzigen Schnitt. Das war für mich die größte Herausforderung.“

Für seine Betrachter scheint unterdessen schon jetzt klar: Der Film „Victoria“ ist beeindruckend und hat sicherlich gute Chancen auf den Bären.

Kamuran Egri

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