Christlich-Muslimische Teamarbeit: Interreligiöses Projekt gewinnt Jugend-Engagement-Wettbewerb Rheinland-Pfalz

Gemeinsam haben sich christliche und muslimische Jugendliche einen interreligiösen Fotowettbewerb ausgedacht und sich für einen in Rheinland-Pfalz ausgelobten Preis beworben. Mit Erfolg: Die jungen Leute überzeugten und dürfen sich nun über 1000 Euro Preisgeld freuen. Durchgeführt wird ihr spannendes Projekt noch in diesem Frühjahr in der Innenstadt von Mainz.

Jugendliche von „Kompass – Muslimische Jugendbildung“ haben gemeinsam mit der „Evangelischen Jugend im Dekanat Mainz“ das Projekt „Vielfalt , Toleranz und Respekt in Mainz – Ein interreligiöser Fotowettbewerb“ auf die Beine gestellt. Mit ihrer Idee haben sie sich beim Jugend-Engagement-Wettbewerb Rheinland-Pfalz „Sich einmischen – was bewegen“ beworben – und überzeugt. Das Projekt erhält ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Überreicht wurde ihnen die Anerkennung bereits am 21. Januar von Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Rahmen einer Preisverleihung im Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz. Die Politikerin war voll des Lobes: „Die Jugendlichen zeigen mit ihren Projektideen, dass man mit Engagement, Mut und etwas Unterstützung wirklich etwas bewegen kann“, zitiert die  Schura Rheinland-Pfalz die Ministerpräsidentin. Neben dem Fotowettbewerb fanden auch andere Ideen Anklang, ist einer den Deutsch Türkische Nachrichten vorliegenden Mitteilung zu entnehmen. Insgesamt seien ganze 23 Projekte mit 500 oder 1.000 Euro ausgezeichnet worden.

Doch was verbirgt sich hinter dem Fotoprojekt? Das gemeinsame Ziel fasst die Leiterin von Kompass-Muslimische Jugendbildung, Misbah Arshad, zusammen:

„Bei unserem Fotowettbewerb geht es in erster Linie auch darum, dass muslimische und christliche Jugendliche gemeinsam ein Team bilden und gemeinsam an einer Lösung arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Dadurch sollen positive Erlebnisse zwischen diesen geschaffen werden. Es geht nicht nur um Dialog und einen geistigen Austausch, sondern um ein gemeinsames Handeln.“

Das Projekt, so die Schura Rheinland-Pfalz, werde noch im Frühjahr 2015 durchgeführt und abgeschlossen. Es soll ein Fotowettbewerb unter Jugendlichen veranstaltet werden. Gemeinsam sollen sie eine Aufgabe lösen. Jeweils ein muslimischer und ein christlicher Jugendlicher, die sich vorher nicht kennen würden, bilden ein Team.

Jedes Team werde eine Einweg-Kamera erhalten und hat dann die Aufgabe, innerhalb einer festgelegten Zeit, Bilder in der Mainzer Innenstadt zu machen. Das überschriebene Motto laute: „Vielfalt, Toleranz und Respekt“.

Durch die Einweg-Kamera hätten alle Teams die gleichen Voraussetzungen und eine limitierte Anzahl von Bildern. „Die Herausforderung hierbei ist es, dass man sich vorher gut austauschen muss, welches Motiv letztendlich als Bild festgehalten wird. So lernen die Jugendlichen auf kreative Art mit den Augen des/der anderen zu sehen. Es braucht das Wissen voneinander und die Begegnung miteinander – gerade jetzt“, so Ilka Friedrich, Pfarrerin für Ökumene und Interreligiösen Dialog des Ev. Dekanats.

Im Anschluss würden die entwickelten Bilder einer Jury vorgelegt und ausgewertet. Die Jury, so die Idee, werde aus Vertretern des Evangelischen Dekanats Mainz und der Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime bestehen. Angedacht sind ein erster, zweiter und dritter Platz, der jeweils mit einem Preisgeld dotiert werde. Nach der Preisverleihung wolle man das Mainzer Rathaus angefragen, ob die Bilder des Wettbewerbs dort ausgestellt werden könnten. Auch an anderen Orten wäre eine kleine Präsentation auf Wunsch möglich.

Mustafa Cimşit, der Vorsitzende von Schura Rheinland-Pfalz, unterstreicht unterdessen die Bedeutung des Projektes für den Landesverband: „Das ist die beste Antwort, die unsere Jugendlichen auf Pegida und Co. geben können.“

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