Kino-Comedy „300 Worte Deutsch“: Türkische Bräute rebellieren

Es geht um importierte türkische Bräute, den unerbittlichen Chef eines Ausländeramtes und einen Moschee-Vorsteher. Mittendrin bewegt sich die junge Deutsch-Türkin Lale und sorgt für Verwirrungen. Klingt das nicht nach schwarzem Humor?

Multikulti-Komödien boomen – sind aber oft nicht frei von genau den Klischees, die sie lustvoll aufs Korn nehmen wollen, so die dpa. In «300 Worte Deutsch» treffen der fiese Kölner Ausländeramts-Chef Dr. Sarheimer (Christoph Maria Herbst/«Stromberg») und der einfallsreiche Moschee-Vorsteher Demirkan (Vedat Erincin/«Almanya – Willkommen in Deutschland») aufeinander.

Sarheimer will am liebsten alle Neuankömmlinge sofort wieder abschieben. Derweil vermittelt Demirkan weiter fleißig jungen Männern Bräute aus der türkischen Heimat. Die Bescheinigung über deren Deutschkenntnisse wird kurzerhand gefälscht.

Als sich Demirkans Tochter (Pegah Ferydoni, «Türkisch für Anfänger») ausgerechnet in Sarheimers Neffen (Christoph Letkowski/«Feuchtgebiete») verliebt, kommt es zum erwarteten Clash der Kulturen. Ignoranz trifft dabei auf Einfallsreichtum.

Regisseur Züli Aladag («Elefantenherz») erzählt seine Geschichte mit Schwung, die Schauspieler agieren mit großer Leidenschaft – doch das Drehbuch (Ali Samadi Ahadi/Arne Nolting/Gabriela Sperl/Züli Aladag) schwächelt etwas: zu brav und bieder die Witze, zu vorhersehbar die Handlung. Etwas mehr Biss wäre schön gewesen.

Erst kürzlich hatten drei türkische Männer in einer anderen Komödie den Babysitter gespielt. „3 Türken und ein Baby“ war der erste Culture-Clash-Jux des Jahres. Das klang zwar nach tiefster Klischee-Kiste, war dann aber kurzweilig und teils sogar zum Schreien komisch (mehr hier). Mal sehen, was uns in diesem Jahr noch so erwartet.

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