65. Berlinale: Deutscher Beitrag spaltet das Publikum

Pünktlich zur Halbzeit der 65. Berlinale stand wieder ein deutscher Film im Mittelpunkt des Geschehens. Zu sehen war Andreas Dresens filmische Übersetzung von Clemens Meyers Milieuroman „Als wir träumten“. Für den ein oder anderen ein Streifen, der die Brutalität zu sehr in den Fokus rückt.

Der Plot in „Als wir träumten“ dreht sich um Rico (Julius Nitschkoff), Dani (Merlin Rose), Paul (Frederic Haselon) und Mark (Joel Basman). Allesamt leben sie am Stadtrand von Leipzig, kurz nach dem Ende der DDR. Vor noch nicht allzu langer Zeit waren sie
Pioniere mit rotem Halstuch. Jetzt werden sie erwachsen –  im Wirbel des wiedervereinigten Landes.

Es ist eine Phase des Umbruchs: Was gestern war, gilt heute nicht mehr. Die Nacht wird zum Tag, die Straße zum Abenteuerspielplatz. Mit fatalen Folgen: Wild und unberechenbar ziehen die Jungs durch die Gegend, klauen Autos, probieren Drogen und den neuen Swingerclub. Sie gründen ihre eigene Diskothek, die jedoch bald von glatzköpfigen Neonazis belagert wird. Dann bekommen sie Konkurrenz. Die scheint Gewalt omnipräsent.

Überall Aufbruch, überall Niedergang. Und doch haben sie so viele Träume: Ricos Hoffnung auf eine Boxkarriere und Danis Sehnsucht nach der großen Liebe – zu Sternchen, dem schönsten Mädchen, das es je in Leipzig gab …

Der Leipziger Clemens Meyer schrieb seinen vielfach ausgezeichneten Debütroman im Jahr 2006. Nun wurde er von Autor Wolfgang Kohlhaase verdichtet und von Regisseur Andreas Dresen verfilmt. Es geht auch um Brutalität, was von einigen Journalisten kritisiert wurde. Die Presse zeigte sich gespalten: Eine verkehrte Welt voller Illusionen und eine Freiheit, die sich schnell zur Menschenjagd durch Neonazis verkehrt. Auf der Pressekonferenz erschien Regisseur Andreas Dresen, die Schauspieler, Frederick Haselon, Joel Basman, Julius Nitschkoff, Merlin Rose, Marcel Heuperman, die Schauspielerin Ruby O. Fee und der Schriftsteller Clemens Meyer, Autor Wolfgang Koohlhaase und Produzent Peter Rommel waren ebenfalls vor Ort.

Als die Journalisten fragten, warum in seinem Film die Brutalität an Fordergrund steh, antwortete Dresen: „Die Brutalität gehörte zu dieser Zeit auch dazu. Es war eine Zeit der Gewalt. Es geht aber auch um Zuversicht und Illusion und Zärtlichkeit.“ Das Entscheidende sei, das Herz des Romans zu verstehen. Für ihn wäre es so reizvoll, weil es ein so wildes und anarchisches und chaotisches und teilweise böses Buch sei. „Für mich war es wichtig, diesen Geist dieser Zeit aufzufangen und im Film aufzubewahren.“

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