Islamisten-Prozess in München: Hat Tod des Kindes zur Radikalisierung geführt?

Im Münchner Terror-Prozess gegen einen Islamisten-Verdächtigen hat eine Zeugin Angaben des Mannes widersprochen, vorrangig für humanitäre Hilfe nach Syrien gegangen zu sein. Zudem hat sie einen starken Verdacht, warum der Angeklagte sich derart entwickelt habe. Schuld soll ein dramatisches Ereignis in der Familie gewesen sein.

Seine Ex-Freundin sagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht, er habe ihr nach der Trennung gesagt, er gehe «zum Kämpfen» nach Syrien. Seine Radikalisierung habe sie «zu spät» bemerkt. Irgendwann habe sie Harun P. nicht mehr wiedererkannt. «Er war für mich ein anderer Harun.»

Als Ursprung seiner Radikalisierung vermutete sie den Tod der gemeinsamen kleinen Tochter 2008 und die Tatsache, dass es mangels Unterstützung nicht gelungen sei, das Kind nach islamischem Ritus beizusetzen, so die dpa. «Im Nachhinein habe ich erst gemerkt, dass ich nie daran gedacht habe, wie es ihm eigentlich ging nach der ganzen Sache», sagte die Frau, die rund sechs Jahre mit ihm zusammengelebt hatte.

Die Bundesanwaltschaft wirft Harun P. vor, als Mitglied einer islamistischen Organisation am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Er steht unter anderem wegen Mordes vor Gericht.

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