Bushido gegen Goethe: Wer hat den größeren Wortschatz?

Wenn man deutsche Rap-Texte und Johann Wolfgang von Goethe vergleicht, ergibt sich Überraschendes: Bei einer Wortschatzanalyse kam heraus, das deutsche Rapper Goethe beim Thema Wortreichtum schlagen. Und Bushido mag natürlich das F-Wort.

„Peter Pan Syndrom, Bitch, ich rauch Marlboro Bitch, du trinkst Aperol Spritz, ich bin Fahrer, ohh Bitch…“ Für alle Fans des deutschsprachigen Raps hört sich das bekannt an. Denn hier haben wir es mit einem echten Bushido zu tun. Baujahr: 2013. In dem Song „Stress ohne Grund“ spricht Bushido gemeinsam mit dem Berliner Rapper Shindy Drohungen gegen Politiker und Prominente aus. Und sorgte damit für Aufruhr. Kaum jemand würde allerdings annehmen, dass sich Bushido einmal mit dem berühmtesten deutschen Dichter, Johann Wolfgang von Goethe, messen würde. War aber so:

Ein Stuttgarter Unternehmen hat gerade im Auftrag des Bayrischen Rundfunks den Wortschatz von 23 deutschen Rappern untersucht. Und fand dabei Erstaunliches heraus: Zwei der analysierten Rapper bedienen sich in ihren Texten eines größeren Wortschatzes als der wohl berühmteste deutschsprachige Dichter aller Zeiten. Als Grundlage untersuchten die Experten die jeweils neuesten 16.000 Worte der zuletzt veröffentlichten Songs eines jeden Rappers. Bei Goethe wurden die ersten 16.000 Worte seines Werks „Faust I“ analysiert. Mit den Ergebnissen konnte man Einiges anstellen: So ließ sich zum Beispiel feststellen, welche 10 Worte einzelne Rapper wie Haftbefehl, oder Curse am häufigsten verwendet haben und welche Rapper am häufigsten über Geld oder Liebe reimen.

Der Goethe-Vergleich verlief für Bushido allerdings nicht so gut. Er machte es im Wortschatz-Ranking nur auf Platz 18, vor Sido aber weit hinter Kollegah, der in Sachen Vokabular Goethe klar schlägt. Spitzenreiter ist Morlockk Dilemma, der alle Rapper-Kollegen samt dem deutscher Dichterfürsten hinter sich lässt.

Bushidos Lieblingswörter sind übrigens „haben“, direkt gefolgt von „ficken“, „Rap“ und „Sonny“. Ebenfalls in der Top Ten: „Mutter“. So viel zu den Themen, die Bushido so bewegen.

Dass es die Sprache des Rap in sich hat, haben auch schon andere gezeigt: Der deutsch-türkische Rap-Star Aykut Anhan hat beispielsweise ein Wort geprägt, nämlich „Babo“. „Babo“, was soviel wie Chef heißt, wurde zum Jugendwort des Jahres 2013 gewählt. Darüber hinaus gingen zwei Politiker auf Landes- und Kommunalebene mit Slogans, die an seinen größten Hit «Chabos wissen wer der Babo ist» angelehnt sind, auf Stimmenfang. «Als einer der Politiker ein komisches Statement abgegeben, habe ich gesagt, er soll sich ficken. Also ich hab jetzt nicht ficken gesagt, aber er nutzt meinen Song und distanziert sich aber von mir, aus diesem Grund habe ich ihn verklagt», erinnert sich Haftbefehl. Inzwischen habe er nach einer Entschuldigung aber darauf verzichtet (mehr hier).

Ob sich eigentlich noch jemand daran erinnert, dass Heino vor ein paar Jahren nur wegen Bushido-Texten seinen Bambi von 1990 zurückgab (mehr hier)? Voll krass, ey!

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