Türkisches National-Dessert: Behörde will Baklava-Produktion standardisieren

Die Türkei hat neue formale Kriterien für das türkische Traditions-Dessert Baklava eingeführt. Ziel ist es, die Produktion der Nationalspeise zu standardisieren. Denn bis jetzt gelangen oft minderwertige Zutaten in das Produkt, um die Kosten niedrig zu halten.

Das  türkische Institut für Produktzertifizierung (TSE) gab am 19. Februar bekannt, dass eine neue Liste mit Kriterien für das Produkt angenommen worden sei. An diese müssten sich die türkischen Baklava-Hersteller halten, damit ihr Erzeugnis auch als Original-Baklava gelten darf.

Gemäß den neuen Regeln solle die traditionell im Südosten des Landes hergestellte Baklava ein ganz bestimmtes Aussehen und eine ganz bestimmte Farbe aufweisen, nämlich Goldgelb. Der Sirup dürfe nicht dickflüssig und die Intensität hingegen nicht scharf sein. Oder am Ende gar Halsschmerzen verursachen. Das Produkt müsse vielmehr auf der Zunge zergehen. Die Mindestlänge jedes Stück sollte außerdem 35 Millimeter betragen, berichtet die türkische Zeitung Hürryiet.

In seiner Erklärung warnt das TSE vor handwerklichen Pfuschereien innerhalb der Zunft. Demnach hätten einige Hersteller in den vergangenen Jahren damit begonnen, ihre Kunden mit minderwertigen Zutaten übers Ohr zu hauen. Dem Institut für Produktzertifizierung zufolge sei es üblich geworden, Erbsen anstelle von Pistazien, getrockneten oder gebrannten Teig anstelle von Walnüssen sowie Pflanzen- oder Transöle anstelle von Butter, und Maissirup anstelle von Weißzucker zu verwenden. Als Zutaten wurden nun Mehl, Salz, Wasser sowie geringe Mengen Fett und weißer Zucker, außerdem Pistazien festgeschrieben. Gleichzeitig wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die Herstellung und Inhaltsstoffe der Baklava oft zwischen den einzelnen Regionen der Türkei variieren.

Bereits 2013 wurde die Antep-Baklava auch von der EU gewürdigt. Als erstes türkisches Erzeugnis erhielt sie das EU-Qalitätssiegel. Eingestuft wurde sie damals in der so genannten DOOR-Datenbank mit einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.). Dieses Gütezeichen soll eine Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet dokumentieren.

Um den tatsächlichen Ursprung des Desserts wird übrigens seit langem gestritten. Nicht nur die Türkei beansprucht Baklava für sich. Auch Griechenland und der halbe Nahe Osten behauptet, die wahre Heimat des kalorienreichen Gebäcks zu sein. Doch nicht nur Baklava ist ein echter kulinarischer Zankapfel (mehr hier).

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