Gezi-Park-Proteste: Verfahren gegen Ärzte eingestellt

Eineinhalb Jahre nach den Gezi-Protesten in der Türkei hat ein Gericht die Klage gegen die Ärztekammer in Ankara wegen medizinischer Versorgung von Demonstranten abgewiesen. Das teilte die türkische Ärztevereinigung über Twitter mit.

Das Gesundheitsministerium hatte die Klage angestrengt. Es hatte der Ärztekammer nach deren Angaben vorgeworfen, dass Mediziner bei den Protesten im Sommer 2013 verletzten Demonstranten Erste Hilfe geleistet hatten. Vor der Anhörung in Ankara hatte der Weltärztebund die Behörden aufgefordert, die Ärzte nicht juristisch zu verfolgen. Diese seien nur «ihrer ethischen Pflicht» nachgekommen.

Die Ärztevereinigung teilte am Freitag über Twitter mit:

Dutzende Mediziner beklagten körperliche Attacken durch die türkische Polizei während der Gezi-Park-Proteste. Sie seien während ihrer Nothilfe für verletzte Demonstranten gezielt mit Tränengas angegriffen worden. Obwohl sie als Ärzte erkennbar gewesen seien. Die Regierung habe mit diesen Gewalt-Maßnahmen die Denunzierung von Behandelten erzwingen wollen (mehr hier).

Der türkische Präsident Abdullah Gül unterzeichnete schließlich Anfang 2014 ein Gesetz, das medizinische Hilfe in Ausnahmesituationen unter Strafe stellt. Unter bestimmten Voraussetzungen drohen Ärzten damit Geldstrafen und sogar Gefängnis bis zu drei Jahren. Erste-Hilfe-Eingriffe sind weiterhin erlaubt (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Gezi Park Proteste: Ärzte wurden von der Regierung massiv schikaniert
Die Folgen von Gezi: Türkei kriminalisiert medizinische Versorgung außerhalb von Krankenhäusern
Tränengas-Attacken der Polizei: Gezi-Park-Demonstranten leiden noch immer unter den Folgen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.