Erleichterung am Computer: Istanbuler Universität entwickelt neue türkische Tastatur

Forscher an der Istanbuler Boğaziçi-Universität haben eine neue Tastatur mit türkischen Buchstaben entwickelt. Die neue Tastatur wird als E-Tastatur bezeichnet und wird mit den bisherigen F- und Q-Tastaturen für türkische Schreiber konkurrieren. Das neue Modell soll in der Nutzung deutlich komfortabler sein.

Wie die Boğaziçi-Universität mitteilt, habe ein Team unter der Leitung von  Mahmut Ekşioğlu drei Jahre an der Entwicklung der neuen türkischen Tastatur gearbeitet. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei (TÜBİTAK). Das neue Produkt soll nun auch als Patent angemeldet werden.

Ekşioğlu zufolge sei der neuen Tastatur ein Studium der ergonomischen Anordnung der Buchstaben vorausgegangen. Ziel war es, diese zu optimieren. Bei der neuen E-Tastatur sei die Vergabe unter Berücksichtigung der Kapazität von Fingern und ihrer Bewegungsfreiheit erfolgt. Das berichtet die türkische Zeitung Worldbulletin.

Türkische Nutzer verwenden in der Regel die so genannte QWERTY oder Q-Tastatur. Diese unterscheidet sich bis auch die Buchstaben  ç, ğ, ı, ö, ş, ü kaum von der englischen Variante. Da sich jedoch das türkische Alphabet deutlich vom englischen unterscheidet, liegt die Konzentration vor allem auf der rechten Seite der Tastatur. Darüber hinaus gibt es noch die ebenfalls von Türken entwickelte FGĞIOD oder F-Tastatur. Sie unterscheidet sich deutlich von der Q-Variante und wird kaum von türkischen Schreibern verwendet.

Mit der neu entwickelten Tastatur steige  Ekşioğlu zufolge die Schreibleistung deutlich. Das Keyboard verspreche eine gesunde und komfortable Nutzung. Im Rahmen des Projekts sei mit Teilnehmern verschiedener Altersstufen geforscht worden. Die die ergonomischen Kriterien seien durch experimentelle Studien ermittelt worden. Die Geschwindigkeitskapazität für jeden Finger wurde entsprechend der Geschwindigkeit bestimmt, mit der jeder Finger eine einzige Taste betätigen könne.

Insgesamt sei hier mit Methoden gearbeitet worden, die zuvor noch nicht in der Literatur beschrieben worden seien, so der Studienleiter weiter.  So wurden etwa die binären Kombinationen der Finger, der Zeitaufwand für das Tippen zweier Tasten hintereinander und Buchstabenkombinationen in der türkischen Sprache untersucht. Benutzt wurden für die Experimente unter anderem elektronische Handschuhe, um Bewegungsdaten zu erfassen und die Sehnenbewegungen zu messen. Dabei stellte das Team von der Boğaziçi-Universität auch eine Überlastung der Finger fest. Und dies könnte im schlimmsten Fall zu Erkrankungen des Hand-Aparates führen.

„Am Ende hatten wir 152 Modelle“, so Ekşioğlu. Für die besten drei seien dann weitere Tests anberaumt worden. Sie stellten fest: „Um einen typisch türkischen Text mit der E-Tastatur zu schreiben, braucht es viel weniger Sehnenbewegungen als mit dem F- oder Q-Tastatur.“

Mehr zum Thema:

Türkische Innovation: Forscher entwickeln hirngesteuerten Roboterarm
Türkei am Scheideweg: Ohne Innovation kein nachhaltiges Wachstum
Türkische Entrepreneure: Gute Ideen, aber keine Strategien

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.