Bayer-Torschütze Çalhanoğlu: Nationaltrainer will ihn zurück in der Türkei-Elf

Mit seinem zweiten Champions-League Tor hat Hakan Çalhanoğlu Bayer Leverkusen einen 1:0-Achtelfinalsieg gegen Atlético Madrid beschert. Die Werkself hofft nun auf ein Weiterkommen und Çalhanoğlu auf die Rückkehr in die türkische Nationalmannschaft.

Hakan Calhanoglu schilderte den Pistolen-Vorfall im Aktuellen Sportstudio. (Screenshot YouTube)

Hakan Calhanoglu schilderte den Pistolen-Vorfall im Aktuellen Sportstudio. (Screenshot YouTube)

Auf den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim wartete nach der Fußball-Gala von Bayer Leverkusen in der Champions League ein gut gelaunter Hakan Çalhanoğlu. Nach dem Sommer-Theater um seinen Wechsel vom Hamburger SV und der «Pistolen-Affäre» in der türkischen Nationalmannschaft ist der 21-Jährige zu einer echten Größe in der Werkself geworden. Mit seinem Traum-Tor nach einem raffinierten Absatzkick von Karim Bellarabi sorgte Çalhanoğlu (57.) am Mittwochabend vor 29 079 Zuschauern in der Bay-Arena für großen Optimismus beim Bundesligisten für das Rückspiel am 17. März beim spanischen Meister und letztjährigen Champions-League-Finalisten Atlético Madrid.

«Wir fahren mit ein klein wenig Zuversicht nach Madrid. Das ist eine gute Ausgangsposition», zitiert die dpa Bayer-Geschäftsführer Michael Schade. «Das wird in jeder Beziehung ein besonderes Spiel. Atlético wird alles tun, um sich noch durchzusetzen», sagte Roger Schmidt. Der Trainer, der sein Team im Heimspiel auf Power-Fußball getrimmt hatte, befand: «Man hat der Mannschaft von der ersten Sekunde angemerkt, dass sie die Champions League nicht als Kür betrachtet.»

Nach dem knappen Heimsieg kann es Bayer besser machen, als in allen bisherigen erfolglosen Versuchen, ein K.o.-Achtelfinale in der Champions League zu überstehen. Gegen Paris St. Germain 2014, den FC Barcelona 2012 und den FC Liverpool 2005 schied die Werkself jeweils unter den besten 16 aus. Trainer Schmidt sagte: «Wir haben versucht, uns daran hochzuziehen, dass das nicht sein darf.»

Im Blickpunkt freilich stand Çalhanoğlu. Nationaltrainer Terim war seinetwegen nach Leverkusen gekommen, um ihn zur Rückkehr in die Nationalmannschaft zu bewegen. «Ja, ich werde nach dem Duschen mit ihm reden. Ich hoffe, dass ich wieder für die Nationalmannschaft spielen kann», sagte Çalhanoğlu im TV-Sender Sky.

Hintergrund der Probleme ist die sogenannte «Pistolen-Affäre», an der Çalhanoğlu und sein im Achtelfinale-Hinspiel gesperrter Leverkusener Teamkollege Toprak sowie Gökhan Töre beteiligt waren. Nach einem Länderspiel im Jahr 2013 habe der frühere Hamburger Töre ihn und Toprak mit einer Waffe bedroht, hatte Çalhanoğlu im letzten Oktober im ZDF-Sportstudio berichtet.

Nach dem von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler mit inszenierten Friedensgipfel wird erwartet, dass Terim die beiden Leverkusener Akteure für das anstehende Länderspiel gegen die Niederlande am 27. März nominieren wird. Çalhanoğlu und Toprak standen zuletzt im September 2014 zum Kader der Türkei.

Völler war derweil froh, dass der im Sommer mit viel Ärger vom HSV losgeeiste Türke in Leverkusen aufblüht. «Er hat die letzten Wochen so ein bisschen mit sich gehadert. Und man vergisst ja immer, dass er noch sehr jung ist. Er ist gerade 21 geworden. Und hat viel durchgemacht die letzten Monate. Da hilft so ein Tor, so eine Leistung.»

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