Versuchte Vergewaltigung und Mord: Türkische Polizei findet Leiche vermisster Frau

In der Türkei ist erneut eine Frau bei einer versuchten Vergewaltigung getötet worden. Die Polizei fand die Leiche der 59-Jährigen in einem verlassenen Haus in der südosttürkischen Provinz Kahramanmaras auf. Die Frau war vor 40 Tagen als vermisst gemeldet worden.

Vor rund zwei Wochen hatte der Sexualmord an der Studentin Özgecan Aslan wütende Proteste ausgelöst. Jetzt hat das Land ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Die 59-Jährige wurde von ihrem Täter brutal hingerichtet.

Die nun tot aufgefundene Frau war vor 40 Tagen als vermisst gemeldet worden. Ein 20-Jähriger gestand nach Angaben von CNN Türk, er habe versucht, sein Opfer zu vergewaltigen. Als die Frau sich wehrte, habe er ihr die Kehle durchgeschnitten.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren einen Anstieg männlicher Gewalt gegen Frauen in der Türkei. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des unabhängigen Portals Bianet 281 Frauen von Männern ermordet. Im Jahr 2013 waren es 214 Opfer.

«Der Mord an Özgecan hat das Fass zum Überlaufen gebracht», sagt die Demonstrantin Sevinc Uluer in Istanbul. In der Türkei werde Gewalt gegen Frauen oft als Kavaliersdelikt behandelt. «Für viele Männer sind Frauen selbst mitverantwortlich, wenn sie vergewaltigt werden. Sie sagen etwa, dass sich Frauen nicht so aufreizend kleiden sollen, und Richter zeigen dafür noch Verständnis.»

Teil des Problems sei, dass Politiker der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP sich immer wieder sexistisch äußerten, sagt Uluer. Dass sowohl Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan als auch Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu den Mord an Aslan scharf verurteilten, ändert für die 49-Jährige nichts am Grundproblem (mehr hier).

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